So viel Schnee hatten wir nicht erwartet! Auch im zweiten Anlauf (nach Januar 2023) hat es nicht bis zum Gipfelerfolg gereicht.
Für die umständehalber von Mitte Februar auf Ende März verlegte, anspruchsvolle Tour fanden sich zwei Teilnehmer, welche sich am Samstag zusammen mit dem Tourenleiter sehr zeitig von Haag über Stephanskirchen in das Windautal bei Westendorf auf den Weg machten. Hier waren wir unerwartet die allerersten am Parkplatz am leider geschlossenen Steinberghaus (der Parkplatz blieb auch tagsüber ziemlich verlassen) und konnten bereits gegen 8:00 Uhr starten. Dabei mussten wir nur wenige hundert Meter ohne Schneeschuhe zurücklegen, bereits bei der Überquerung der Windauer Ache lagen mehrere Zentimeter pulvriger Neuschnee von Mitte der Woche.
Hoch ging es anschließend über Wasserbühel und Paustau-Gersting, immer in der Nähe der Materialseilbahn zur Scheibenschlag-Niederalm. Dort machten wir eine erste kurze Pause und erfreuten uns am sonnigen Wetter und der totalen Einsamkeit. Wir waren weit und breit alleine und mussten – neben der Wegfindung – auch alles selbst spuren. Die Landschaft war komplett unverspurt – sieht man mal von Tierspuren (Rotwild und Schneehasen) ab. Das Spuren wurde zunehmend anspruchsvoller, es steilte auf und wir kämpften uns ab der Alm durch mindestens einen halben Meter Neuschnee. Die Lawinenlage war mit einem Dreier oberhalb der Baumgrenze angegeben und veranlasste uns zu sorg- und achtsamer Spurenanlage.
Natürlich wechselten wir uns beim Spuren ab, dennoch wurden die Beine langsam schwerer und das Ziel rückte gefühlt nur wenig näher (es ist ja eh die meiste Zeit gar nicht zu sehen). Einige hundert Meter Luftlinie vor dem eigentlich Gipfel des Gerstinger Jochs (2.035m) brachen wir auf einer Höhe von 2.009m auf einem „Vorgipfel“ die Tour gegen 12:30 Uhr ab und genossen dennoch zufrieden unsere verdient Brotzeit, den obligatorischen Gipfelschnaps und die von gelegentlicher Bewölkung unterbrochene Sicht.
Kurz nach 13:00 Uhr brachen wir dann wieder ins Tal auf, dass wir um Punkt 15:00 Uhr wieder erreichten. In der Zwischenzeit hatten die Sonne und Temperaturen schon ganze Arbeit geleistet, es wurde zunehmend sulzig, rutschig und in Talnähe schmolz zusehends der Schnee. Anschließend ging es staufrei zurück an die Ausgangsorte.
Aufstieg rund 1.200 Höhenmeter, knapp 11 Kilometer Strecke und eine Gesamttourenzeit mit Pausen von etwa 7 Stunden.
Teilnehmer: Gerhard und Lars
Tourenorganisator: Werner








