Tourenbericht Schneeschuhtage Amberger Hütte 26.02.-01.03.2026

Nur vier von zuvor insgesamt 14 angemeldeten Skitouren- bzw. Schneeschuhgehern-/innen machten sich am Donnerstag, den 26. Februar auf den Weg zu einer 4-Tages-Tour ins Sulztal (einem östlichen Seitental des Ötztales in den Stubaier Alpen). Eine mehrtägige Lawinenwarnstufe 4 bis zum Mittwoch erschien den meisten zu wenig attraktiv bzw. zu unsicher für Hochgebirgstouren. Auch die vier Schneeschuhgänger stellten sich auf ruhige Hüttentage/-abende und maximal LVS-Übungen etc. in der Umgebung der Hütte sowie eine ggf. frühzeitige Abreise ein. Positiv an der Ausgangslage war eigentlich nur der Wetterbericht, mit viel Sonnenstunden und null Niederschlag.

Nach einer entspannten Anreise von Haag bzw. Wasserburg kamen wir am Donnerstag gegen 11 Uhr am Parkplatz in Gries auf rund 1.600 Metern Höhe an. Vom dortigen Parkplatz ging es sonnig, warm und gemütlich in etwa 1,5 Stunden Gehzeit zur Amberger Hütte auf 2.135m. Dort genossen wir im Shirt auf der Terrasse einen gemeinschaftlichen Kaiserschmarrn und checkten in der Hütte ein. Anschließend ging es hoch auf den Gipfelkreuz-Bichl hinter der Hütte um ein paar erste, elementare LVS-Themen durchzugehen. Danach hatte jeder sein Wissen über senden, suchen, sondieren und ausgraben gut aufgefrischt. Gleichzeitig wurde uns mit einer gut zu beobachtenden Negativlawine vom Schrankogel die seit heute geltende Warnstufe 3 vor Augen geführt. Anschließend ging es zum Frischmachen in die Hütte und zum Abendessen. Hier stellten wir durchaus erstaunt fest, dass wir neben drei Skitourengehern die einzigen und ersten Gäste dieser Woche waren! Es gab (wie auch an den Folgetagen) ein hervorragendes 3-Gänge-Menü (Danke hier an Severin und sein Küchenteam), ratschten, überlegten ergebnisoffen was mir am nächsten Tag machen sollen und gingen früh zu Bett.

Am Freitagmorgen beratschlagten wir beim Frühstück mit der Hüttenwirtin die Lage. Demnach waren am Vortag erstmals einheimische Bergführer unterwegs und sie meinte ein Tour zum Wütenkarsattel wäre voraussichtlich machbar. So starteten wir also in den Tag und vereinbarten umzudrehen, falls es uns zu heikel werden sollte und lieber nochmal ein paar Übungen mit Lawinenkunde zu machen. Gegen 8:30 Uhr verließen wir die Hütte und gingen – vorbei am Lausbichl – bis zum Talschluss des flachen Sulztals, wo wir den Vortagesspuren folgten (aber natürlich eine eigene Schneeschuhspur anlegten). Hoch ging es die erste Steilstufe in das weite Gletscherbecken des Sulztalferners. Vorbei an der Wilden Leck in stetiger Südrichtung ging es über gut kupiertes Gelände bald dem gut sichtbaren Wütenkarsattel entgegen. Bei der einen oder anderen Pause inkl. fachlicher Einlage (z. B. über das Messen der Geländesteilheit) wurden wir an diesem Tag von nur zwei Skitourengehern begleitet bzw. überholt. Kurz vor 13 Uhr erreichten wir dann nach rund 1.000 Höhenmetern und 13 Kilometern – und auf den letzten Höhenmetern abwechseln alle spurend – über eine letzte steilere Geländestufe das Ziel auf 3.103m. Der Wütenkarsattel ist ein Übergangspunkt zur markant gelegenen Hochstubaihütte (3.173m), welche man am Ziel auch in greifbarer Nähe sehen kann. Nach einer ausgedehnten „Gipfel“-Pause ging es auf gleichem Weg wieder zurück. Einen kleinen Abstecher machten wir nur noch zur Begutachtung einer frischen Nassschneelawine vom Vortag. An der Hütte wieder gut angekommen, freuten wir uns über den mehr als gelungenen schönen Tourentag und genoßen wiederum ein tolles Abendessen und etlichen Runden Uno und 31 (Hosn runter).

Für den Samstag war der Frühstücks-Tipp (diesmal des Hüttenwirtes aufgrund positiver Vortages-Rückmeldungen) eine Tour über den Schwarzenbergferner (Gletscher) zum Schrankarkopf (neben dem Schrankarkogel). Wieder machten wir uns gegen 8:30 Uhr auf den Weg und wie schon am Vortag war auf dieser Route erkennbar fast nichts los. Die Spuren des Vortags waren noch sichtbar und so ging es wieder Richtung Talschluss, wo die erste lange Steilstufe östlich in das Schwarzenbergtal führte. Auch an diesem Tag legten wir wieder eine eigene Schneeschuhgängerspur und auf etwa 2.600m eine erste längere Pause mit Fotoshooting. Über eine letzte Steilstufe und eine lange „Linkskurve“ erreichten wir dann den Gletscher, welchen wir rechts überwanden und dann mittig haltend weit in das Gletscherbecken vordrangen. Formschön ging es gemeinsam hoch bis auf rund 3.100 Höhenmeter. Rosi und Roland verzichteten auf die letzten Höhenmeter bis zum Tourenende auf 3.239m, dieses Ziel war Gerhard und Werner vorbehalten. Nach rund 1.200 Höhenmetern und 13 Kilometer Distanz gab es eine verdiente „Gipfel“-Pause. Anschließend ging es bei hervorragenden Schneeverhältnissen abgleitend wieder in das Gletscherbecken zurück, wo wir vier auf rund 3.000 Höhenmetern noch eine lange gemeinsame Sonnenpause einlegten und andere nachkommende Gruppen beobachten konnten. Sichtlich glücklich und zufrieden verließen auch wir dann irgendwann auf der Anstiegsroute wieder den Gletscher, freuten uns über die tolle Fernsicht und kehrten wohlbehalten zur Hütte zurück. An diesem Abend war das Kartenspiel noch lustiger als schon an den Vorabenden und die eine oder andere Zirbenrunde ließen uns sehr zufrieden in unsere Betten fallen.
Für den Sonntag war nach dem Frühstück nur noch der Abstieg geplant, wobei wir uns kurzerhand Schlitten ausgeliehen haben und mit viel Lachen und schönen Erinnerungen zum Parkplatz hinabfuhren. Auf der Heimfahrt konnten wir glücklicherweise den Grenzstau auf der Autobahn bei Kufstein über die Landstraße ausweichen und erreichten mittags wieder Wasserburg bzw. Haag.

Fazit der vier Tage: „Unglaublich viel Freude und leider geil“ – zwei nicht so zu erwartende, erfolgreiche Hochgebirgstouren mit Schneeschuhen (übrigens die einzigen an diesen Tagen auf der Hütte und auch auf beiden Touren)!

Teilnehmer: Gerhard, Roland und Rosi
Organisation, Fotoauswahl und Bericht: Werner

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