Skitour zur Wildkarspitze 2.0 am Sonntag, 12.April 2026

Heute sollte es klappen, denn alle guten Dinge sind zwei.

Nachdem wir den Gipfel im letzten Jahr aufgrund schwieriger Sichtverhältnisse vermutlich deutlich verfehlt hätten, war uns diesmal die wunderschöne, 3076m hohe Wildkarspitze im Zillertal, wohl gesonnen.
Sepp hat die Tour von ursprünglich Ostermontag auf den „Weißen Sonntag“ verschoben….wenn das nicht schon vielversprechend klingt…

Deutlich früher als der Vogel starteten wir zu viert in Haag, so dass wir bereits um sieben Uhr – die Ski und Steigeisen geschultert – in Finkau, im Hochgerlostal losmarschierten. Und tatsächlich ließ die weiße Pracht nicht lange auf sich warten. Warum gingen wir eigentlich die 150Hm bis zur Trisslalm zu Fuß?
Nun aber kurz mit Ski in Richtung Wildkar-Hochalm zur Bachquerung, dann weiter zu Fuß in zahlreichen Kehren durch das steile Waldstück mit seinem magischen Baumbestand.
Plötzliches, lautes Getöse ließ uns aufhorchen. Am sonnigen Berghang auf der anderen Talseite entlud sich donnernd eine große Lawine. Welch´ ungeheure Kraft……
Nachdem mit Sulzschnee gespicktem Waldstück wechselten wir an den freien Almwiesen wieder auf die Ski. Puhh, ……schon nach den ersten Metern kamen Erinnerungen an´s letzte Jahr…wie anstrengend… immer wieder in den tiefen Schnee ein- und durchbrechend. Die Temperaturen lagen deutlich über null.
Aus den letzten Tagen war zudem keine Spur ersichtlich, so dass bis oberhalb der Wildkar-Hochalm das Spuren recht anstrengend war. Danke Sepp und Hans!

Dann wurde es einfacher, der Schnee kompakter und über abwechslungsreiches Gelände öffnete sich das herrliche Wildkar – unverspurt!
Dem Anschein nach suchten wir alle die Kraft, die in der Ruhe lag, und so schritten wir meditativ aufwärts Richtung Südosten unterhalb der Seekarscharte ins menschenleere Wildkar. Eindrucksvoll baute sich über dem Wildkarkees der pyramidenförmige Gipfel auf. Ein kleines Felsplateau in der Sonne diente uns als Pausenplatz und Wellnessliege.

Wie nach jeder Pause war´s erst mal zaaaach, zumal der Schnee – sonnenbeschienen – nun mit jedem Schritt ordentlich stollte. Glücklicherweise wurde es zum Gipfelhang wieder leichter und wir zogen einsam unsere Spitzkehren in die wunderschöne weiße Landschaft.
Eine letzte steile Kehre zu einem geeigneten Platz im Blockgelände, unterhalb des Nordostgrates, dort bezogen wir unser Skidepot. Durch tiefen Schnee wühlten wir anschließend zum Gipfelgrat auf. Die Verhältnisse ließen das achtsame Stapfen ohne Steigeisen zu. So kletterten wir über Schnee und Fels am anspruchsvollen Blockgrat immer höher, interessante Kletterstellen wechselten sich mit teils abdrängenden Felsblöcken und tiefen Schneepassagen ab. Der Ganzkörper-muskelkater war vorprogrammiert. Nun galt es noch die steile Gipfelrinne zu überwinden, bevor wir vier pünktlich um 12 Uhr mittags am schönen Gipfelkreuz standen. Was für ein herrlicher Rundumblick….Gabler, Großvenediger und weitere, lohnende Gipfelziele grüßten. Aufgrund des Windes und der zunehmenden Bewölkung entschieden wir das „Mittagessen“ ins Skidepot zu verlegen. Nun galt es umsichtig und achtsam den Grat abzuklettern, dann endlich verdiente Pause – mit Vorfreude auf die Abfahrt.

Traumhafte, unverspurte Hänge im Wildkar – in eindrucksvoller Landschaft – ließen unsere Skifahrerherzen höher schlagen. Einsam zogen wir die Schwünge zuerst in den Pulverschnee… dann in den Firn, später in weichen Firn und viele Höhenmeter weiter unten schließlich in tiefen Firn. Durch Mulden und felskupiertes Gelände weiter abwärts Richtung Wildkarsee und der Hochalm. Es gibt sie also doch noch, die entspannten Abfahrten…zumindest bis zu den freien Almwiesen mit Sulzschnee.

Wir staunten nicht schlecht, als wir dort von einem großen Lawinenkegel überrascht wurden. Oh ja, und der Schnee hatte überall „Risse“, es war nicht zu übersehen. Vorsichtig fuhren wir am Rande des Kegels ab, bevor wir zügig und gerade rechtzeitig nach links zum Waldstück ausquerten und unsere Ski schulterten.

Begleitet von einem mehrstimmigen Vogelchor, ging´s steil durch den Zauberwald abwärts. Wieder am Bach angelangt, wechselten wir letztmalig auf Ski und fuhren über die Trisslalm ab. Weiter über den Forstweg und später am Rand entlang – mehr oder weniger gut – immerhin auf Restschnee bergab. Lieber schlecht gefahren, als gut gegangen…oder wie war das nochmal???

Um 15 Uhr zurück am Auto. Der erste Durst wurde gelöscht, bevor wir in Gerlos einkehrten, die verbrauchten Kalorien wieder auffüllten und auf die erfolgreiche Tour anstießen: Anstrengend war´s, lang war´s und schee war´s – und auf jeden Fall seeehr gelungen!

Schnurstracks und problemlos ging´s heimwärts – und das am Ferienende….ob´s an den Spritpreisen liegt?

Teilnehmer: Sepp G., Franz, Hans H., Laura

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