Wieder mal zogen wir los, diesmal zu fünft, und zwar in´s Sellrain. Da wir spätestens um sieben Uhr vor Ort starten wollten, verlegte Sepp die Abfahrt mit dem Gemeindebus auf frühe 4.30 Uhr. Motiviert und gut gelaunt ging´s Richtung Innsbruck, bis uns die „Hohe Munde“ so in ihren Bann zog, dass wir gleich eine Extra-Runde drehten. Das tat der Laune keinen Abbruch und unsere Startzeit verfehlten wir nur knapp, wollten wir doch wie der Blitz – auf die Lüsner Villerspitz.
Also Ski auf den Rucksack und auf ins Abenteuer. Und das ging gleich richtig steil los. Zuerst über Wiesenhänge, dann über Blockgelände – fast wie im „Steinernen Meer“ – nur unter erschwerten Bedingungen. So schraubten wir uns im weglosen Gelände aufwärts bis zu einem Waldstück. Von Schnee noch keine Spur. Kleine Schilder an den Bäumen gaben zumindest eine Richtung vor. Und weiter stiegen wir schweißtreibend, bis wir endlich die Ski im Sulzschnee anlegen konnten. Verwundert grüßte ein Schneehase als wir durch den Wald rechtshaltend zu einer Freifläche stiegen. Tiefe Spuren kündigten hier schon die Verhältnisse der Abfahrt an. Ohweia…
Obwohl der ganze Anstieg nordseitig verläuft, mussten wir die Ski an einer Hangquerung im Schönlüsenstal erneut schultern. Manch einer bevorzugte hier lieber einen Felltest im Grüngelände.
Endlich zeigte sich die Lüsener Villerspitze in ihrer ganzen Pracht und Steilheit. Von da an spurten wir durch faszinierendes, einsames Hügelgelände, das immer steiler wurde. Bei einer kurzen Pause beobachteten wir zwei Tourengeher im Gipfelhang. Die Sonne wärmte den durchgefrorenen Boden – und uns. Noch ein letzter Aufschwung, bevor wir unterhalb des steilen und langen Gipfelhanges unsere Harscheisen aufzogen. Die Bedingungen waren perfekt, die Tourengeher vor uns waren gestapft.
So webten wir eine neue, schier endlose lange Zickzacknaht in den Steilhang ein,
doch irgendwann sollten wir oben sein!
Wir pirschten uns mal links, mal rechts an den Gipfel ran,
doch beides fühlte sich wirklich bescheiden an.
Jetzt abzurutschen, darauf waren wir nicht erpicht,
dann eben das Gipfelkreuz heute mal nicht.
Zuviel Schneegriesel ließ uns am Fels abrutschen oder versinken,
dann doch lieber hier schon ein Stamperl Schnaps trinken.
Auch die vor uns haben aufgesteckt,
und in der Sonne ihre Wunden geleckt.
Nach 4,5 Stunden Aufstieg gab´s Pause,
und für uns alle eine verdiente Jause.
Immerhin über 3000 sind wir gewesen,
das lässt sich an unseren Spuren ablesen.
Der Ausblick hier oben hat uns entzückt,
die Freude auf Traumfirn war schon geglückt.
Juhhu, und endlich wurde das Kapitel „Firnsurfing“ vom Feinsten aufgeschlagen! Erst ganz schön steil, dann etwas flacher gaben wir uns den Firnwellen hin und jubilierten in fast unverspurten Hängen. Wie schnell sind die Aufstiegsmühen vergessen, wenn man in einem perfekten Firnmeer surfen darf? – Einfach grandios, eine wirkliche Belohnung diese Verhältnisse!
An der Querung hieß es nochmal die Ski auf den Rucksack, um anschließend in immer stärkeren Sulzschnee abzufahren oder kunstvolle Purzelbäume zu schlagen. Zur vollen Punktzahl hat´s fast gereicht…
Soweit es eben ging, fuhren, rutschten und purzelten wir über das letzte Stück im Wald, der Schneehase grüßte erneut und fragte sich wohl, was wir hier eigentlich veranstalteten, in diesem Zirbenwald….oder was für Bäume es auch immer waren?
Endlich wieder Skitragen….es war schon richtig warm und wir schwitzten uns bergab durch das steile Gelände. Warum schleppten wir immer unser Steigeisen mit? Wohl, damit wir sie nicht brauchen…irgendwie ist´s ja auch Konditionstraining 😉
Franz’ Vorschlag, wir könnten die Eisen ja auch mal mit auf die Kampenwand nehmen, fand leider keine Mehrheit.
Durchgeschwitzt kamen wir am Parkplatz an und machten uns sogleich auf die Suche nach einer geeigneten Einkehr. Da (Lüsens) Betriebsurlaub, dort (Praxmar) Betriebsurlaub, …dafür super Fotomotiv, weiter unten in Gries ein Italiener mit Sonnenterasse, was brauchen wir mehr?
Pasta e Pizza, Insalata con Zuppa, Cappuccini…..alles war molto buono und sogar noch die heiße Liebe.
Gespräche über Wettschulden und Ehrenschulden fanden nicht bei allen Anklang… umso mehr aber das ‚Prost‘ auf unseren abenteuerlichen, hart erarbeiteten und genialen (Fast)Gipfelsieg in vertrauter Runde. Und was ist eigentlich nächstes Wochenende geplant?
Teilnehmer: Sepp G., Franz, Rudi Z., Hans H., Laura















