Zu dieser anspruchsvollen Wander-Überschreitung in den Kitzbüheler Alpen ging es mit einem vollen CityMobil über Rott und Rosenheim an Kufstein vorbei nach Bad Häring. Am kostenlosen Wanderparkplatz kam noch Regina aus München hinzu.
Über die Burgstraße ging es bei kühler Witterung im nebligen Inntal entspannt los in Richtung Lengau. Einen ersten Abzweig zum Klettersteig ließ der Tourenleiter links liegen um wenig später auf mehr oder weniger direktem Anstieg ohne viel Kehren zum Einstiegspunkt des Klettersteigs zu gelangen. Fast wie Trennkost: erst Höhenmeter, dann Kilometer!
Nachdem den Steig mit der Klassifikation A/B noch keiner kannte, wir mit zehn Personen sowie einem Hund eine relativ große Gruppe waren, war nun vorsichtshalber Sicherungsausrüstung für den Sinwel-Steig angesagt. Interessant auch das Schild am Einstieg, mit 35 Treue in einer Gastwirtschaft, Professor Sinwel gewidmet.
Der Steig wurde in Angriff genommen, besondere Schwierigkeiten gab es nicht (vielleicht abgesehen von etwas unerwartetem leichten Schneegraupel). Teilweise gibt es Tiefblick und eine Steilstufe muss über einige Klammern überwunden werden. Auch unsere Hündin kam mit etwas Unterstützung gut zurecht. Die Länge ist mit etwa 200 Höhenmetern ebenfalls überschaubar, so dass wir bald „durch“ waren und die restlichen Meter bis zum Häringer Kreuz auf 1.477m schneller als erwartet zurücklegten. Um etwa 10:00 Uhr gab es somit den ersten Gipfelerfolg mit Foto.
Die Bewölkung riss nun sichtbar auf und wir bewegten uns in leichtem Auf und Ab im winterlichen und schneebedeckten Kammwald weiter. Es lag nicht viel Schnee, dafür war es erwartbar rutschig und ein ziemlicher Kontrast zum frühlingshaften grün im Tal. Schon eine halbe Stunde später waren wir am Großen Pölven 1.585m, auch Mittagskogel genannt und der zweite Gipfel in der Tasche.
Nachdem es noch früh am Tag war, schlug der Tourenleiter einen Abstecher zum Kleinen Pölven vor, wenn wir doch schon mal hier am Berg waren. Gesagt, getan – es ging teilweise steil hinunter in die Scharte und im Gegenanstieg zum Gipfel Nummer drei.
Der Kleine Pölven 1.558m erwartete uns gegen 12:00 Uhr mit Sonnenschein und lud zur verdienten Gipfelrast ein. Zusätzlich genossen wir die Aussicht auf den Kaiser und die Hohe Salve sowie das Inntal u. a. mit dem Rofan-Gebirge in Sichtweite. Der angebotene Gipfelschnaps wurde wohlwollend entgegengenommen und wärmte die eine oder andere verfrorene Seele.
Offensichtlich nur dem Tourenleiter war aufgefallen, dass es an diesem Gipfel zwei Kreuze gibt, so dass neben dem Söller Kreuz kurz darauf auch noch das Schwoicher Kreuz besucht wurde. Kopfschüttelnd nahm ein einzelner einheimischer Wanderer unsere Gruppe wahr und bemerkte, dass er im letzten Jahr bei diversen Touren nicht insgesamt so viele Besucher an diesem Gipfelkreuz gesehen habe.
Kurz danach machten wir uns an den Abstieg wieder zurück zum Abzweig nach Söll. Hier ging es wiederum steil über die Reiter Alm bergab und über das Untersteiltal zurück Richtung Lengau. Der Weg an der Kapelle vorbei war noch mit einem kleinen fiesen Gegenanstieg verbunden, bevor es zurück zum Parkplatz ging.
Nach rund 16 Kilometern und 1.300 Höhenmetern war nun noch eine Einkehr angesagt, wozu wir die Gastwirtschaft „Franziskibad“ in Bad Häring aufsuchten und den Tourentag auf der Terrasse ausklingen ließen, bevor es zurück nach Haag ging.
Teilnehmer/innen: Christine, Dani, Irmi, Klaus, Marianne, Michi, Regina, Schorsch und Sepp sowie Hündin Mila
Organisator, Bericht und Fotoauswahl: Werner













