Sonntag
Wir starten zu fünfzehnt mit dem Gemeindebus und 2 Autos um 3:30 Uhr in Haag, holen Dani in Wasserburg ab, frühstücken an der Autobahn bei Plose und sind – wie geplant frühzeitig – um 7:30 Uhr am Parkplatz der Paolina-Bahn. Der Sessellift hat uns die ersten 500 Höhenmeter (von 1.630m auf 2.130m) hochgefahren. Dann sind wir in etwa 1 h 30 min zum Vajolonpass aufgestiegen und in den Rotwand Klettersteig eingestiegen. Nach ca. 1 h klettern, viele leichte aber auch einigen luftigen Stellen am Grat, waren wir auf dem Gipfel der Roda di Vaèl / Rotwand (2.803m), dem markantesten Gipfel des südlichen Rosengartens. Nach einer kurzen Gipfelbrotzeit ging’s wandernd abwärts, bis es noch eine kleine Felsschlucht mit einer etwas schwereren Klettersteigpassage B/C zu überwinden gab. Vorbei ging es am beeindruckenden Felsfenster, über das sich Kletterer abseilten. Danach haben wir schon die Rotwandhütte, unser heutiges Übernachtungsziel, erblickt. Vorher sind wir aber noch in den Ferrata del Masarè eingestiegen, nochmal ca. 2 h rauf und runter, mal steil, mal weniger steil mit einem C-Riss, aber insgesamt seeehr beeindruckend und wunderschön, auf die Punta Masarè (2.581m) zur Gipfelrast samt Bienenstich (1. Einsatz Notfalltropfen). Von da an waren es noch 30 Minuten bergab zur Rotwand Hütte / das Rifugio Roda di Vaèl. Insgesamt sind wir ca. 900hm, 6km, 6:30h Gehzeit unterwegs gewesen. Um 16:00 Uhr saßen wir dann schon auf der Sonnenterrasse. Die Hütte ist gemütlich, sogar mit Dusche und zum Abendessen gab‘s sehr gute Zucchininudeln, Polenta mit Zitronensoße und Fleisch, Auberginenschnitzel mit Bohnen und Crème brûlée. Das frühe Aufstehen zollte dann allerdings auch Tribut, alle waren hundemüde und so ging es vergleichweise zeitig in die Betten im Lager.
Montag
Nach dem Frühstücksbuffett ab 7:15 Uhr sind wir um 8:30 Uhr gemütlich den Hirzler Steig zur Kölner Hütte gewandert. Auf dem Weg gibt es seit 1959 das Christomannos-Denkmal, ein riesiger Bronze-Adler, bei dem wir Fotos gemacht haben. Nach knapp 1:45 Stunden waren wir zum zweiten Frühstück für die einen bzw. zum Frühschoppen für die andern auf der Kölner Hütte. Gleich hinter der Hütte geht der Santnerpass-Klettersteig los, auf dem wir in circa 2:30 Stunden zur Santnerpasshütte / Rifugio Passo Santner hochgeklettert sind. Hauptsächlich wechseln sich Geh- und Kletterpassagen ab, bevor er mit den eigentlichen Klettersteigpassagen bis B/C am Pass endet (insgesamt 700hm, 8km, 4:30h Gehzeit). Ein von weitem zu beobachtender Rettungshubschrauber-Einsatz hat uns eindrücklich vor Augen geführt, in welch anspruchsvollem Terrain wir uns bewegen. Eine gute Wahl war für heute die kurze Hose. Die Lage der Hütte ist sensationell, an der steilen Abbruchkante nach Westen, von der aus man einen spektakulären Blick auf das Tierser Tal und weit über Südtirol hinaus hat. Direkt im Rücken der Hütte baut sich der riesige Koloss der Rosengartenspitze, auf die man nur kletternd hinaufkommt, auf. Daneben ragt senkrecht die Laurinswand empor (davor kann man sogar schaukeln) und die bekannten Vajolettürme sowie der Gipfel des Kesselkogels machen den Rundumblick komplett. Die Hütte selber ist auch sehr schön, neu und mit toller Sonnenterrasse mit Aperol (aber ohne Bombardino) und schon fast luxuriösen Zimmern. Das vegetarische vier Gänge Überraschungs-Menü mit Quinoasalat, Karotten-Ingwer-Suppe, Knödel mit Tomatensoße und Buchteln mit Vanillesoße war sehr gut. Aber noch viel besser war, dass wir einen schönen Sonnenuntergang mit Dolomitenglühen entweder vom Panoramafenster aus oder von draußen sehen konnten.
Dienstag
Nachdem es in der Nacht geregnet hat, waren wir froh, dass es in der Früh nur bewölkt war. Es gab ein tolles Frühstücksbuffet mit sehr nettem Servicepersonal aus Ebersberg (auch gestern Abend waren die Bedienungen sehr aufmerksam und freundlich, genauso wie das relaxte Hüttenwirtspaar mit ihren Kindern). Start an der Hütte war um 8:30, erst bergab zur Gartlhütte, vorbei an Laurinswand und den eindrucksvollen Vajolettürmen, einer bizarren Felsformation aus eigenständigen „Nadeln“ im Zentrum des Rosengartenmassivs. Ab der Vajolethütte ging‘s dann bergauf. Das Wetter hat dann aber nicht mehr so mitgespielt. Als wir am Passo da le pope (2.720m) waren, hat‘s leicht zu regnen angefangen und es war vergleichsweise frisch. Beim Aufstieg dachten wir noch, dass wir Glück haben, weil die Sonne nicht so runterbrennt. Jetzt war es natürlich schade, weil wir keine gute Sicht hatten und es ungemütlich und kalt war. Weiter ging’s dennoch wie geplant über den Gipfel Cima Scalieret (2.887m) hinüber zum Antermoiapass (2.770m). Die Gruppendynamik zeigte sich eindrucksvoll, als einem von uns der Blutdruck absackte und wir mit vereinten Kräften die Strecke langsam aber sicher meisterten (2. Einsatz Notfalltropfen). Ohne weitere Gipfel marschierten wir hinunter zum Rifugio Passo Principe / der Grasleitenpasshütte (insgesamt 700hm, 5,6 km, 5:30h Gehzeit). Auch hier ist es sehr gemütlich und der größte Teil von uns hat es sich mit heißer Schokolade, Kuchen oder Bier gut gehen lassen. Weil es aber zu regnen aufgehört hat, haben sich vier von uns nochmal auf den Weg gemacht, die Cima di Larsec und die Cima di Lausa zu erklimmen. Kaum waren dann später alle auf der Hütte, ging die Tür auf und etwas überraschend stand Dank Socialmedia-Information der erste Vorstand der Sektion Wasserburg, Fritz Gottwald, vor uns. Nach einem freudigen Ratsch inklusive gemeinsamen Foto zog er mit seiner privaten Jugendgruppe wieder weiter. Das anschließende Abendessen (2 Gänge nach Wahl) war gut, die Abend-Sonnenuntergangsstimmung wieder ausgesprochen toll und der Abend sehr lustig.
Mittwoch
Nach dem Frühstück (diesmal ohne Müsli, dafür mit Cappuccino), sind alle um 8:30 Uhr startklar, um bei strahlendem Sonnenschein auf den Kesselkogel, den höchsten Berg der Rosengarten-Gruppe, der wie ein riesiger Klotz ausschaut, zu kraxeln. Auch wenn sich der Weg von unten in den steilen Wänden nicht erahnen lässt, sind wir in 1:45 Stunden über den Westklettersteig A/B nach oben geklettert. Auf dem Gipfel des Kesselkogels (3.004m) genossen wir die Wahnsinns-Aussicht, eine Gipfelbrotzeit, machten viele Fotos und manche erklommen auch noch das Gipfelkreuz. Anschließend kraxelten wir über den Ostklettersteig A in leichter Kletterei wieder runter ins Antermoia-Tal. Der dort befindliche See ist sehr idyllisch und fotogen; genauso wie das Rifugio Antermoia, wohin wir einen Abstecher zur Mittagseinkehr machten. Viel besucht, weil auch eine Bahn dorthin hochfährt, war es und so machten wir uns um 13:30 Uhr gut gestärkt wieder auf den Weg. Auf dem Plan stand nun der Klettersteig Via ferrata Laurenzi, der schwierigste Klettersteig (bis C/D) im Rosengarten. Teilweise senkrecht ging es in 1:15 Stunden bergauf auf den höchsten Gipfel, den Molignon di Dentro (2.852m) und nachdem wir dort kurz verschnauft haben, ging‘s über einen langen Grat mit viel auf und ab über Molignonspitze und Nordwestlicher Molignon sowie letzte Klettersteigpassagen in 3:30 Stunden hinunter zum Molignonpass. Unsere Übernachtungshütte, das Rifugio Alpe di Tires / Tierser Alpl Schutzhaus, war bereits in Sicht, dahinter die imposanten Felsen mit dem lustigen, aber irgendwie passenden, Namen Rosszähne. Um 18:00 Uhr waren wir dann auch alle dort, insgesamt 10km, 950hm und 8:30h Gehzeit. Den Gipfelschnaps spendierte Werner uns heute, aufgrund des schwierigen Klettersteigabstiegs vom Gipfel, erst unmittelbar auf einer Wiese vor der Hütte. Dann freuten wir uns alle auf eine Dusche und wurden mit einem köstlichen 3 Gänge Menü und einem Bombardino für unsere Anstrengungen belohnt. Pünktlich um 22:00 Uhr fielen wir in die gemütlichen Betten der Hütte, die schon eher wie ein Alpenhotel wirkt.
Donnerstag
Nach dem besten Frühstücksbuffett der Woche starten wir um 8:30 Uhr auf die letzte Klettersteigtour der Woche. Gleich nach der Hütte begrüßen uns die ersten Edelweiß. Wir klettern die Via ferrata Maximilian hoch auf den großen Rosszahn (2.653m), dort sind wir schon nach 45 Minuten, gehen dann weiter über den Grat und kletternd/kraxelnd auf und ab bis zur Roterdspitze (2.655m). Dort machten wir Pause und genossen den sensationellen Ausblick, unter anderem auf die Seiser Alm, Schlern und den Sellastock. Runter ging‘s über den wiesenreichen Normalweg mit viel Edelweiß, Kranzenzian und sogar Eisenhut zuerst zum Einkehren auf die Tierser Alpl, dann weiter zur Vajolethütte. Der Weg dorthin zwischen Molignonpass und Grasleitenpass war wie durch eine riesige Kiesgrube und wir freuten uns, als wir um circ 16:00 Uhr, nach 6:15h Gehzeit, 10km und 950hm hoch und 1.100hm runter auf der urigen, sehr gemütlichen Vajolethütte ankamen und auch noch ein Platzerl auf der Terrasse fanden. Einige trafen erst später nach einem Einkehrschwung auf der Grasleitenpasshütte ein. Nach einer warmen Dusche gab‘s ein sehr gutes 3 Gänge Menü und einen lustigen Hüttenabend.
Freitag
Pünktlich um 8:30 Uhr waren wieder alle startklar. Nachdem für heute starker Wind vorhergesagt war, waren einige beim Losgehen viel zu warm angezogen und mussten sich nach ein paar Metern erst mal umziehen. Wir gingen heute normale und teilweise auch schwierige Wanderwege. Zuerst ging es zum Tschagerjoch (2.630m). Dort teilte sich die Gruppe. Mit Hans ging es nun wieder den gleichen Weg hinunter und weiter über den Zigoladepass (2.547m) zur Rotwandhütte, auf der die Gruppe um 14:00 Uhr ankam. Schon auf dem Zigoladepass war es äußerst windig. Es waren teilweise richtig starke Böen. Und als wir auf der Hütte ankamen, konnte man auch nur noch kurz draußen sitzen, so stark war der Wind. Ein kleines 5er-Grüppchen stieg vom Tschagerjoch zur Kölner Hütte ab und steuerte den Vajolonpass an. Geplant war, den Rotwand-Klettersteig nochmals zu absolvieren. Schon auf den letzten Metern in der Scharte war allen klar, dass das nichts wird, der Wind war viel zu stürmisch. So entschloss sich die Gruppe in Richtung Rotwandhütte abzusteigen und traf dort auch auf die andere Gruppe. Um den Tag richtig auszunutzen stieg das 5er-Grüppchen über den Zigoladepass auf die andere Bergseite und umrundete in einem weiten Bogen den Le Zigolade über den Passo del Soffion. Belohnt wurde dies mit der Sichtung von Gemsen und einem Murmeltier (die sich ansonsten ziemlich rar machten – wir sahen in der ganzen Woche tatsächlich mehr Hubschrauber als Wildtiere). Auf dem heutigen Weg sah man nochmal recht eindrucksvoll die zackigen Berge und Felsen des Rosengartens. Insgesamt war Gruppe 1 heute 8,2km, 900hm und 5h Gehzeit – Gruppe 2 15km, 1.325hm und 7,5h Gehzeit unterwegs. Der letzte Hüttenabend war sehr lustig und wir kosteten ihn bis zur letzten Minute aus. Die Nacht war für den ein oder anderen von uns mit verdorbenem Magen und Brechdurchfall ähnlich stürmisch wie der Tag (3. Einsatz Notfalltropfen).
Samstag
Wie immer starteten wir um 8:30 Uhr, diesmal aber nur ins Tal zum Parkplatz unseres Busses bzw. der Autos. Eine wunderbare Woche mit tollen Touren, perfektem Wetter, atemberaubender Landschaft, einer coolen, immer gut gelaunten und geh-/kletterstarken Truppe und lustigen Abenden geht zu Ende. Nach einer letzten Einkehr in der Pizzeria Hennenstall am Karerpass verabschiedeten wir uns und kamen alle ohne Stau gut um 15:30-15:45 Uhr in Haag an.
Teilnehmende: Annabelle, Anneliese, Dani, Foly, Gerhard, Kathrin, Klaus, Lu, Marianne, Matthias, Regina, Schorsch, Schos, Sepp
Organisation: Hans und Werner
Bericht und Fotoauswahl: Kathrin, Hans und Werner sowie Regina














































































