Vom 3. bis 5. Juli führte unsere dreitägige DAV-Tour auf den Heilbronner Weg, einen der schönsten und zugleich anspruchsvollsten Höhenwege der Allgäuer Alpen. Um einen längeren Regenschauer am Freitagmorgen auszusitzen, machte wir erstmal eine etwas längere Kaffeepause kurz vor Oberstdorf. Nach der Busfahrt von der Haltestelle Renksteg nach Birgsau begann der Aufstieg zur Rappenseehütte. Bei leichtem Regen zu Beginn der Tour und schwülwarmen Bedingungen führte der Weg vorbei an Einödsbach, der Peters-Alpe zur Enzianhütte, wo wir einen ersten Stopp machten. Wir nutzen die Gelegenheit um das wohlschmeckende Bier der höchstgelegenen Mini-Brauerei „Der Gipfelstürmer“ zu testen. Da der Test durchweg positiv ausfiel, sprachen wir dem Braumeister ein großes Lob aus und stiegen weiter bis zur Unterkunft auf 2.091 Metern. Nach dem Hüttenbezug zog es einige Teilnehmer noch weiter nach oben. Wir konnten erste Murmeltiere beobachten und bestiegen in einer Rundtour den Rappenseekopf (2.469 m) und den Nordgipfel des Hochrappenkopfes (2.425 m).
Der zweite Tag stand ganz im Zeichen des Heilbronner Weges. Bevor wir diesen jedoch angingen, machten wir einen Abstecher auf das Hohe Licht (2.651 m). Über die Große Steinscharte erreichten wir den historischen Felsenweg, der mit schmalen Steigen, ausgesetzten Passagen, einer Leiter und Brücke sowie Drahtseilsicherungen hohe Anforderungen an Trittsicherheit und Schwindelfreiheit stellte. Über den Bockkarkopf (2.609 m) und einen schneebedeckten Ferner ging es weiter zum Gipfel der Mädelegabel (2.645 m), die wir durch leichte Kletterei erreichten. Die Gruppe meisterte die anspruchsvolle Route sicher und wurde dabei mit großartigen Ausblicken auf die Allgäuer Alpen und dem Zusammentreffen mit vielen Steinböcken und weiteren Murmeltieren belohnt. Da sich kalter Wind, Wolken und Sonne den ganzen Tag abwechselten, mussten wir ständig die Bekleidung wechseln. Am Nachmittag erreichten wir sehr zufrieden die Kemptner Hütte, wo wir uns erstmal große Tüten für unsere Rucksäcke kaufen mussten, um den Kampf gegen die Verbreitung von Bettwanzen zu unterstützen. Einige machten sich noch auf den Weg, um das verlorene Mobilfunknetz wiederzufinden, bevor wir den gelungenen Tourentag gemütlich ausklingen ließen. Wir genossen das gute Essen und die lustigen Geschichten des Hüttenwirts, der sich auf ein paar Bier zu uns an den Tisch gesellte.
Am dritten Tag ging es nach dem Frühstück zum Muttlerkopf (2.368 m). Wieder wurden wir von den Murmeltieren begrüßt und durften eine Steinbockfamilie samt Nachwuchs beobachten. Auch wenn es erst 8:49 Uhr war, als wir den Gipfel erreichten, nahmen wir den Gipfelschnaps von Werner dankend an, den es auch an den Tagen vorher gab. Da wieder ein kalter Wind wehte, kehrten wir relativ schnell zur Kemptner Hütte zurück und gönnten uns dort noch Kaffee, Kuchen und/oder Bier. Im Anschluss stiegen durch das schöne Trettachtal über den Sperrbachtobel nach Spielmannsau ab. Mit dem Bus gelangten wir zurück zur Renksteg und traten von dort die Heimreise an.
Die Tour verlief trotz außergewöhnlich vielen Ausrutschern unfallfrei und dank einem Blitzkurs zum Thema richtige Posen beim Fotografieren (man muss mit den Gliedmaßen möglichst viele Dreiecke bilden) von Kathi sehr lehrreich und lustig.
Dabei waren: Irmi und Michi L., Eva und Max R., Ina und Lars H., Marc L., Helga B., Kathi A., Hans O., Sepp A., Werner R., Sepp G. und Sonja S.
Vielen Dank an meine Teilnehmer für die schönen Tage!
Eure Tourenleiterin
Sonja Schnellinger

















