Mauk- und Ackerlspitze am 30. Mai 2026

Eine letzte organisierte Tour zum alten Gipfelkreuz auf der Maukspitze (vor dem geplanten Abbau Anfang Juni 2026) war für den letzten Maisonntag geplant. Aufgrund der Wettervorhersage wurde die Tour auf Samstag vorverlegt und es fanden sich sechs interessierte Mitgeher/-innen für diese lange, anspruchsvolle Bergtour im Wilden Kaiser.

Die angekündigte, demonstrationsbedingte „Brenner-Sperre“ veranlasst zu einer Umplanung der Anreise (um die übliche Anfahrt über Kufstein zu vermeiden), die frühmorgens von Haag über Rimsting und Kössen sowie Griesenau kurvenreich nach Going erfolgte. Hier entschied sich der Tourenleiter für einen Aufstieg ab dem Parkplatz an der Aschingerkapelle (800 HM). Im kühlen Wald ging es gegen 8:00 Uhr über die Graspoint-Niederalm und den Stiegenbach-Wasserfall zur Ackerlhütte hoch. Diese ließen wir ohne große Rast rechts liegen und steuerten die Fundamente der alten Hütte auf etwa 1.700 HM an, welche wir nach 1,5 h Stunden erreichten.

Nach einer kurzen Rast und einem guten Einblick auf den weiteren Tourenverlauf, machte der Tourenleiter der offensichtlich in bester Verfassung befindlichen Gruppe das fast nicht ausschlagbare Angebot die Tour auf die Ackerlspitze zu erweitern. Immerhin der zweithöchste Gipfel im Wilden Kaiser. So ging es die erste (sowieso erforderliche) Steilstufe mit etwas ausgestetzter Ier-Kletterei hoch zum Schneefeld im Niedersessel und anschließend zur markanten, unüberwindlich erscheinenden Wand, die im Schwierigkeitsgrad II(-III) etwa 25 Höhenmeter zu überwinden ist. Ging dann doch erstaunlich leicht und wurde von allen problemlos gemeistert. Weiter ging es anschließend in leichter Kletterei in einer felsigen Rinne, bis der Hochsessel erreicht war.

Nach einer Trinkpause bei äußerlich guten Bedingungen (sonnig, aber nicht zu heiß) ging es nun in den Anstieg zur Ackerlspitze 2.330m, welche wir um 12:00 Uhr erreichten. Gut gelaunt (und völlig alleine) machten wir unsere verdiente Gipfelrast und hatten insbesondere nach Süden eine gute Sicht, während sich nordseitig die angekündigte Schlechtwetterfront bemerkbar machte. Tatsächlich fielen aus den wenigen Wolken auch ein paar verstreute Tropfen, bevor zum Weiterweg zur Maukspitze sonnig weiterging.

So ging es wieder steil hinunter auf den Grat (Ackerlschneid) zum eigentlich anvisierten Gipfelziel, welches wir nach Durchschreiten des markanten Torbogens um 14:00 Uhr erreichten. Das Gipfelkreuz auf der Maukspitze 2.231m – dem östlichsten Gipfel im Wilden Kaiser – wurde 1967 durch Mitglieder der Sektion Haag aufgestellt und soll in Kürze durch ein neues ersetzt werden. Auch hier machten wir eine kurze Rast inkl. Gipfelfoto und machten uns dann an den Abstieg über den eigentlichen Normalweg zum östlichen Kaisergipfel.

Hier war nochmals Konzentration gefragt, schrofiges Steilgelände und viele lose Steine (der Helm macht im Kaiser wirklich Sinn) benötigten Trittsicherheit und häufigen Handeinsatz am Fels. Zudem fielen erneut ein paar Tropfen aus den Wolken, erwies sich aber als kurzes Schauspiel ohne Nässe zu hinterlassen. Zurück am Schneefeld im Niedersessel ging es dann die letzte Steilstufe hinunter und zurück zum alten Hüttenplatz.

Wenig später hörten wir undefinierbare Rufe, konnten aber nichts weiter vernehmen und stiegen weiter ab. Kurz darauf flog ein Helikopter auf uns zu in Richtung Hochgrubachspitzen, wo er dann wieder abdrehte und aus unserem Blickfeld verschwand. Die Ackerlhütte im Blick konnten wir den Hubschrauber wieder sehen, er war zwischengelandet und nahm mit einem Bergretter am Bergtau erneut einen Anflug auf eine hochgelegene Wand am Berg. Hier hatte sich wohl jemand verletzt und wurde nun entsprechend geborgen.(im Anschluss wohl auch noch sein Begleiter, während eine weitere 2er-Seilschaft eigenständig abseilte).

Froh, dass wir die Tour wohlbehalten und gut absolviert hatten, gönnten wir uns auf der Ackerlhütte noch eine Getränkepause (vergaßen dabei den eigentlich verdienten Gipfelschnaps) und erreichten nach dem weiteren Abstieg auf dem Anstiegssteig gegen 18:00 Uhr wieder den Parkplatz und fuhren zurück nach Rimsting bzw. Haag.

Fazit: eine tolle, aber fordernde lange und kaisertypische Tour! Drei Teilnehmende erstmals auf der Mauk und fünf zum ersten Mal auf der Ackerl. Etwa 1.600 Höhenmeter sowie rund 12 Kilometer Strecke.

Teilnehmende: Annabelle, Irmi, Kathi, Michi, Regina und Sepp.
Organisator, Bericht und Fotoauswahl: Werner

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