Verwallrunde vom 3. bis 10. August 2023

Anspruchsvolle Verwallrunde
Eine achttägige Tour über sieben Hütten durch alle Jahreszeiten vom 3. bis 10. August 2023

Tag 1
Anreise von Haag und Aufstieg von St. Christoph (1.796m) zur Kaltenberghütte (2.089m)

Mit drei Fahrzeugen ging es von Haag zu den Parkplätzen in St. Christoph bzw. Pettneu am Arlberg. Zu elft begannen wir die Tour über den Berggeistweg. Das Wetter war am Start noch nass-neblig, wurde unterwegs sonnig und warm. Am Albonagrat machten fast alle noch die Schleife zu den Maroiköpfen (östl. Gipfel 2.529m) mit, wobei die Sicht zunehmend wieder nebelverhangen und zugig wurde. Anschließend ging es hinab zur Hütte, hier bestand zumindest eine gute Sicht ins Vorarlberger Klostertal. Untergebracht wurden wir im Lager des Winterraums mit sehr ordentlichen Bedingungen. Das Essen und Frühstück war gut, ohne besondere Highlights.

Gehzeit von 10:45 bis 15:35 Uhr = 4 h 50 min
Bewegungszeit 3,46 h
Höhenmeter 900 (auf) 550 (ab)
Streckenlänge 10,75 km
Tier des Tages: Alpensalamander
Highlight des Tages: 5 Minuten lang schöne Zimmer (und dann Umzug ins vom Tourenleiter reservierte Lager)

Tag 2
Von der Kaltenberghütte (2.089m) zur Konstanzer Hütte(1.688m)

Nachdem Georg und Marianne sich angesichts der sich nicht bessern wollenden Wettervorhersage verabschiedeten und die Heimreise antraten, ging es nun zu neunt weiter. Auch wir mussten eine erste wetterbedingte Entscheidung treffen und entschieden uns wegen Gewitterrisiko, Nässe mit hochgelegenen Schneefeldern gegen den geplanten Reutlinger Weg (über Krachen- und Gstansjoch). Statt dessen wählten wir die Ausweichroute über Maroi- und Verwalltal, welche wir nach dem Frühstück im Regen begannen. Am höchsten Punkt angekommen, hörte der Regen auf und es wurde trocken und mild. Im Maroital wählte der Tourenleiter eine für ihn typische Abkürzung über Stock, Stein, Wald und durch üppige Heidelbeerplantagen, welche zum Naschen einluden.
Nach Ankunft, Check-In und kurzer Pause in der Hütte, wanderten Regina, Annabelle, Dani, Foly und Kathrin noch zum „Langer See“ (1.900m), während Werner sich noch alleine den „Kleinen Patteriol“ (2.590m) vornahm und der Rest der Gruppe die Seele baumeln ließ. Untergebracht wurden wir in einem Dreibettzimmer und der Rest im Zimmerlager, alles sehr ordentlich und ruhig. Es gab für 2€ eine erste heiße Dusche, das Essen war sehr gut – unter anderem gab es vom Hauptgericht einen Nachschlag und als Nachspeise einen sensationellen, riesigen Mohnstrudel.

Gehzeit von 8:00 bis 13:00 = 5 h
Bewegungszeit 3,44 h
Höhenmeter 550 (auf) 870 (ab)
Streckenlänge 13,4 km
Tier des Tages: Murmeltier
Highlight des Tages: Heidelbeeren, Kartoffel-Erbsen-Püree inkl. Nachschlag

Tag 3
Von Konstanzer Hütte (1.688m) zur Neuen Heilbronner Hütte (2.320m)

An diesem äußerst regnerischen Tag wählten Ingrid und Gerhard für den Hüttenanstieg die kürzere Variante über das Schönverwalltal und die restlichen sieben entschieden sich für die etwas anspruchsvollere Option hinein in das Fasultal, über den Bruckmannweg und das Wannenjöchle (gefühlter Gipfel mit 2.633m). Die angedachte Gipfeltour auf den Großen Patteriol mit IIer-Kletterstellen fiel dabei dem Regen, der mal mehr mal weniger dahinplätscherte, zum Opfer. Nach dem Joch ging es hinunter zur Rosanna, welche wir aufgrund des Niederschlags nicht an der geplanten Stelle überqueren konnten. Statt dessen mussten wir noch etwas weiter zur nächsten Brücke absteigen, um zu unserer exklusivsten Hütte dieser Tour aufzusteigen. Nach der Ankunft bezogen wir unser Lager, konnten ohne Zeitbeschränkung duschen und gönnten uns am Nachmittag einen leckeren Marillenstrudel. Das Abendessen (Gulasch) und insb. der zum Nachtisch gereichte Scheiterhaufen (inkl. Nachschlag für Ingrid) waren hervorragend. Die gut ausgestattete Weinkarte ließen wir weitgehend außer Acht, dafür gab es eine Runde Schnaps (Marille vs. Enzian). Nachdem die Hüttenruhe unüblich erst um 23 Uhr war, blieben auch wir etwas länger sitzen.

Gehzeit von 9:00 bis 15:20 Uhr = 6 h 20 min
Bewegungszeit 4,54 h
Höhenmeter 1.260 (auf) 610 (ab)
Streckenlänge 14,42 km
Tier des Tages: Steinbock
Highlight des Tages: Marillenstrudel am Nachmittag, Scheiterhaufen am Abend und ein sehr spezieller „WLAN-Schlüssel“

Tag 4
Von der Neuen Heilbronner Hütte (2.320m) zur Friedrichshafener Hütte (2.138m)

Was für ein Start mit Radler- bzw. Gipfelkraxlerfrühstück! Super angerichtet und schmackhaft. Um 8:30 Uhr war dann Abmarsch. Das Wetter war hier noch trocken und zwischendurch gab es für gefühlte 2 Minuten sogar richtig Sonne. Vom Ochsental begann dann im steilen Aufstieg zum Muttenjoch ein Schneegestöber. Der geplante – mit 20 Minuten ausgeschilderte, eigentlich sehr kurze – Gipfelabstecher auf die Gaisspitze entfiel angesichts des eisigen Windes und schlechter Sicht. Auch der bei der Tourenplanung angedachte anspruchsvolle Georg-Prasser-Weg musste umständehalber entfallen. Statt dessen ging es zügig hinunter zur Hütte. Hier gab es nach dem Bezug des Lagers im Nebengebäude (ohne Dusche) dann erst einmal ein Mittagessen, einen Kaffee und ein Nachmittagsschläfchen. Zum Abendessen gab es eine Kohlrabisuppe, ein nepalesisches Curry bzw. Tiroler Gröstl sowie eine Sachertorte mit Eis. Vor der Hüttenruhe informierte uns dann der Hüttenwirt, dass der geplante Weiterweg zur nächsten Hütte aufgrund des Schneefalls nicht möglich sein wird, so dass wir uns etwas einfallen lassen mussten…

Gehzeit 8:30 bis 11:30 Uhr = 3 h
Bewegungszeit 2,32 h
Höhenmeter 580 (auf) 650 (ab)
Streckenlänge 8,1 km
Tier des Tages: Alpendohlen
Highlight des Tages: Schneefall im Hochsommer

Tag 5
Von der Friedrichshafener Hütte (2.138m) zur Darmstädter Hütte (2.384m)

Während des Frühstücksbuffets beratschlagten wir über die möglichen Optionen für diesen Tag. Sowohl der ursprünglich geplante anspruchsvolle Ludwig-Dürr-Weg als auch die Alternativroute über das Schafbichljoch, durch das Fasultal und über das Kuchenjöchli kamen nicht in Frage. Zu viel Neuschnee wären ein zu großes Risiko (Wegfindung, Spuranlage, etc). gewesen. Auch die Option einen Tag länger auf der Hütte zu bleiben wurde verworfen. Wir entschieden uns ins Tal abzusteigen, mit dem Bus nach St. Anton (14,70€) zu fahren und von dort über den „Normalweg“ auf die geplante Darmstädter Hütte aufzusteigen. Gesagt, getan und so ging es zuerst hinab und dann mit dem erstaunlich gefüllten Bus von Piel durch das Paznauntal über Ischgl und Kappl nach Pians. Dort Umstieg nach St. Anton und nach rund 2,5 h Fahrt- und Wartezeit wieder zu Fuß den Berg hoch. Durch das Moostal ging es bei Schmuddelwetter (im Wechsel Sonne, Regen, Schnee) vorbei am Kartellspeichersee zur urigen Darmstädter Hütte. Wir wurden im „Durchgangslager“ untergebracht, es gab eine Dusche und das Essen war erstmals a la carte. Bekannt für seine Knödelvariationen wurde munter durcheinander und unterschiedlich bestellt, alle Variationen sowie der anschließende Kuchen waren sehr gut.

Gehzeit 8:30 bis 9:40 sowie 12:15 bis 16:00 Uhr = 1 h 10 min sowie 3 h 45 min
Bewegungszeit 1 h sowie 3 h
Höhenmeter 10 (auf) 610 (ab) sowie 1.170 (auf) 40 (ab)
Streckenlänge 5 km sowie 12 km
Tier des Tages: Alm-Rindvieh
Highlight des Tages: Knödel & Wein, ein Hüttnwirt mit einem unvorstellbar super Namensgedächtnis

Tag 6
Von der Darmstädter Hütte (2.384m) zur Niederelbehütte (2.310m)

Nach dem Frühstücksbuffet in der Darmstädter Hütte wurde die anspruchsvolle Planoption „Hoppe-Seyler-Weg über Kieler Wetterhütte“ aufgrund großer Steinschlaggefahr in Verbindung mit den aktuellen Bedingungen (Regen/Schnee) nach Beratschlagung mit dem Hüttenwirt verworfen und es ging über das Sessladjoch (2.749m) zur Niederelbehütte. Die Verhältnisse waren endlich mal wieder trocken und es wurde eine schöne winterliche Wanderung bei – zwar nicht strahlendem, aber immerhin – Sonnenschein. Zuerst ging es (mal wieder über Stock und Stein und viel Wasser im Weg) hinunter zum Kartellspeichersee und dann – anfangs gemeinsam mit den Kühen – einen sehr talnah sehr bazigen und in höheren Lagen knietief schneereichen Weg hoch zum Sessladjoch. Zwischendurch machten wir eine Pause und konnten am Grat Steinböcke beobachten. Am Joch gab es dann eine tolle, aber windige Aussicht und wir machten uns bald bereit zum Abstieg. Dieser war sehr steil, im rutschigen Schnee nicht ideal angelegt und erkennbar nicht auf dem Steig verlaufend. Bereits ab dem Joch konnten wir unsere nächste Hütte erkennen und es ging zügig hinab.
Kurz vor der Hütte beratschlagte der Tourenleiter die möglichen Nachmittagsoptionen und es gab wieder zwei Gruppen. Klaus, Annabelle, Regina, Gerhard, Foly und Kathrin entschieden sich für eine Kaffeepause und anschließend eine kurze 20minütige Wanderung auf den Kappler Kopf (2.404m). Dani motivierte Werner zu einer gemeinsamen Tour auf die Kreuzjochspitze (2.919m), welche die beiden bei schwierigen Gipfelverhältnissen (Steilgelände mit weichem Schnee) aber gut und zügig in 1,5 h bewältigten. Nach der Rückkehr wurde auf der Hütte in gemütlichen, beengten 4- bzw. 6- Bettzimmern mit Stockbetten (ohne Duschmöglichkeit) eingecheckt. Zum Abendessen gab es Nudelsuppe, Schnitzel bzw. Kartoffelrösti und Panna Cotta.

Gehzeit 8:15 bis 13:45 Uhr = 5 h 30 min
Bewegungszeit 5 h
Höhenmeter 750 (auf) 800 (ab)
Streckenlänge 8,77 km
Tier des Tages: Bergforellen
Highlight des Tages: Kaiserschmarrn auf der Sonnenterrasse

Tag 7
Von der Niederelbehütte (2.310m) zur Edmund-Graf-Hütte (2.375m)

Entgegen der Wettervorhersage regnete es bereits während des guten, reichhaltigen Frühstücks und es hörte nicht auf. So starteten wir wieder einmal im Regen und es ging über den Kieler Weg durch das Kappler Skigebiet zur steilen Schmalzgrubenscharte (2.697m). Oben war es zugig und kalt, so dass es gleich weiter über den Riffler Weg Richtung Hütte ging. Werner konnte an der Scharte nochmals kurz junge, querende Steinböcke beobachten. Die Wettersituation verleidete die angedachte Riffler-Besteigung und so verbrachte der Großteil der Gruppe den Nachmittag im Lager bzw. dem Gastraum der Hütte. So begann weit vor dem Abendessen (Wahl zwischen Halbpension und a la carte) ein uriger Zeitvertreib mit diversen Kartenspielen wie Uno, 31 und einem abschließenden Watten.

Gehzeit 7:30 bis 11:20 Uhr = 3 h 50 min
Bewegungszeit 2 h 50 min
Höhenmeter 590 (auf) 530 (ab)
Streckenlänge 9 km
Tier des Tages: Steinbock
Highlight des Tages: „Granta-Spritz“ (= edler Likör aus Preiselbeere)

Tag 8
Von der Edmund-Graf-Hütte (2.375m) auf den Hohen Riffler (3.166m), Abstieg nach Pettneu (1.200m) und Rückfahrt nach Haag

Endlich schönes Wetter prognostiziert! Zwar etwas bewölkt, aber trocken und teilweise sonnig geht es nach dem wiederholt gutem Frühstück in den Tag. Fast alle wollen auf den höchsten Gipfel des Verwalls (für einige ist es der erste 3.000er) und so geht es gleich nach dem Frühstück los auf den Weg. Die angegebenen zwei Stunden erscheinen sportlich, doch Werner meint, dass dies schon so passt und auch klappt. Ruhig und mit stetigem Schritt sowie – mit zwei Ausnahmen – ohne Rucksäcke geht es anfangs über Almwiesen bald in steileres Gelände. Über Blockwerk und eine steile Schuttrinne erreichen wir die angekündigte kleine drahtseilversicherte Kletterstelle. Diese wird zügig und ohne Scheu erklommen und weiter geht es über Serpentinen, teilweise wieder im weichen Restschnee auf dem Weg hoch auf eine kleine Scharte. Die letzten Höhenmeter ist der Schnee dann hart gefroren, aber gut ausgetreten und unschwierig zu begehen. Wie versprochen erreicht die Gruppe den Gipfel unter zwei Stunden Gehzeit. Nachdem es auch wieder zugig und zudem kalt ist, gibt es – neben den freudestrahlenden Gipfelglückwünschen – noch die obligatorischen Gipfelfotos und es geht wieder zurück Richtung Tal. Auch der Abstieg erfolgt routiniert und ohne jegliche Probleme. Auf einem Wiesenabsatz wird eine Riegelpause eingelegt, an der Hütte die Rucksäcke aufgenommen, teilweise auf kurze Hose (!) gewechselt und der Weg Richtung Parkplatz beginnt. Durch das Malfontal geht es aber erst mal zur Malfonalm. Dort gibt es noch einen Kaiserschmarrn und vor allem den verdienten Gipfelschnaps!
Am Parkplatz angekommen wurde noch das CityMobil von St. Christoph geholt (die Wartenden hielten derweil ihre Füße in den kalten Malfonbach) und wir erreichten gegen 20 Uhr wieder Haag.

Gehzeit 7:50 bis 9:40 Uhr = 1 h 50 min sowie 10:00 bis 15:15 Uhr = 5 h 15 min
Bewegungszeit 2 h 20 min sowie 5 h 40 min
Höhenmeter 790 (auf) 1.900 (ab)
Streckenlänge 12 km
Tier des Tages: Gamswild
Highlight des Tages: 3.166m hoher Gipfel & letzte Einkehr auf der Malfon-Alm

FAZIT: Nach acht Tagen Wanderung in den gleichen Klamotten, haben wir nicht schlimm gerochen und konnten uns vor allem von Anfang bis Ende gut riechen 😉

TEILNEHMER, BERICHT und FOTOS: Annabelle, Dani, Foly, Gerhard, Ingrid, Kathrin, Klaus, Regina und Werner (sowie anfangs Georg und Marianne)

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