Skitouren und mehr April 2022 in der Dauphine

Die Musketiere auf Skitour und Kulturreise im Schatten der Meije

Am Samstag früh ging es für den ersten Musketier Sepp in Mühldorf Richtung Pemmering los. Dort sammelte er mit seiner Allrad Kutsche Klaus S. ein. Zu zweit ritten sie nach München, um den dritten Musketier vom Dampfross abzuholen. Da das Wetter ziemlich schlecht war benötigten wir etwas länger, um über den Bodensee und Graubünden über den San Bernardino zu fahren. Auf der Alpensüdseite wurde das Wetter schöner und wir konnten nach einem Espresso Zwischenstopp „d’Artagnan“ Klaus B. am Flughafen in Turin abholen. Wir erreichten La Grave am frühen Abend unser Hotel Le Castillan. Unser Blick ging sofort in Richtung der Berge, aber leider konnten wir das begehrte Weiß, den Schnee, erst sehr weit oben sehen. So gab es zum Anfang ein Bier „Pater Linus“, das zu unserem Standard für die Woche werden sollte. Unseren Urlaub begannen wir mit einem sehr guten vier gängigen französischen Essen und zum Abschluss einen Schnaps (Chartreuse).

Für den Sonntag war gutes Wetter angesagt und wir gingen früh zu Bett. Am nächsten Morgen wachten wir auf und die Sonne schien über der Meije. Wir beschlossen nach dem Frühstück auf den Col du Lautaret zu fahren und von dort eine Skitour in Richtung Col du Galibier zu gehen. Unser Ziel war der Pic Blanc du Galibier (2955m).

Wir stiegen zuerst die Passstraße hinauf und trafen auf weitere Skitouren Gänger. Diese bogen allerdings zum Pic des Trois Evêchés ab und wir gingen alleine unserem Gipfel entgegen. Im Aufstieg mussten wir zwar durch knöcheltiefen frischen Schnee spuren, allerdings machte dies Freude auf die Abfahrt. Wir stiegen zum Schluss einen steilen Gipfelhang auf und hatten vom Gipfel einen herrlichen Blick zur Meije, der Barre des Écrins und dem Mont Blanc.

Nach kurzer Pause machten wir uns an die Abfahrt. Leider war der erste Teil sehr hart und noch kein Genuß. Der Mittelteil danach war perfekt und wir genossen alleine den frischen Schnee und zogen unsere Spuren in die optimal geneigten Hänge. Nach einem kurzen Teil auf der Straße bogen drei noch einmal ab und konnten noch ein paar schöne Schwünge in Firn legen. Sepp opferte sich und holte für uns das Auto.

Nachdem das Wetter zuzog beschlossen wir einen Einkehr am Col du Lautaret zu Tarte und Crème brûlée. Nach dem Aprés Ski in unserer Bar und dem Pater Linus gab es wieder ein gutes viergängiges Abendessen mit Rotwein aus der Gegend.

Am Montag schien wieder die Sonne und wir beschlossen wieder auf den Col du Lautaret zu fahren und von dort in Richtung Brêche Combeynot. Für manche war dies zwar etwas zu wenig und sie hätten gerne noch 400 Hm mehr gemacht, allerdings entschädigten die Pulverschnee Hänge für die kurze Tour. So gab es am Col du Lautaret wieder ein gutes Mittagessen und Café.

Da das Wetter noch gut war beschlossen wir noch nach Les Terasse zu wandern, um noch die fehlenden 400 Hm zu absolvieren. Wir machten auch noch einen Rundgang durch La Grave und kauften etwas Honig, Käse, Wurst und Postkarten. Danach widmeten wir uns wieder dem Aprés Ski und dem Abendessen. Leider kündigte der Wetterbericht einen Wechsel an und wir beschlossen für den Dienstag einen Bergführer zu engagieren und zum Freeride die Gondel von La Grave zu nutzen. Zum Glück gab es noch einen Bergführer Philippe, der uns am nächsten Tag die Hänge zeigte. Da für das Ende der Woche sehr schlechtes Wetter angesagt wurde (starker Wind und Schneefall) beschlossen wir auch schweren Herzens die Reservierung für die Refuge des Écrins zu stornieren und uns ein Ersatzprogramm zu suchen.

Am Dienstag früh trafen wir unseren Bergführer und nach dem Kauf der Liftkarten ging es mit der Gondel steil hinauf. An der Mittelstation stiegen wir um und nach dem zweiten Teil der Gondel waren wir auf 3200 m. Von dort ging es mit einem Schlepplift noch einmal 400 Hm nach oben. Von dort gab es eine kurze Einführung des Bergführers und dann ein Schaufahren zu einem Serac. Vor diesem posierten wir, um dann den guten Schnee zu nutzen.

Nach einem kurzen Aufstieg auf über 3600m hatten wir eine herrliche Sicht über das Dauphiné und auf der anderen Seite zum Mont Blanc. Am Horizont zeichnete sich sogar der Mont Ventoux ab. Nun ging es wieder bergab und wir fanden noch einen komplett unverspurten Hang. Diesen Genuss mussten wir mit einigen Schweißtropfen und einem Aufstieg wieder gutmachen. Im Anschluss ging es zum Mittagessen auf die Refuge Chancel. Dort gab es wie üblich gute savoyardische Küche bei herrlicher Aussicht auf der Terrasse.

Im Anschluss zeigte uns Philippe, dass man nur ganz wenig Schnee zum Skifahren benötigt. An der Mittelstation ging es wieder bergauf und oben angekommen mussten die Ski von Klaus B. noch etwas nachjustiert werden. So konnten wir die letzte Abfahrt auch genießen und der Tag war leider zu schnell vorüber. Am Abend wartete noch ein weiteres Highlight auf uns; Wir hatten ein Fondue Savoyarde vorbestellt und genossen guten Weißwein, Charcuterie und den Käse mit Baguette.

Für Mittwoch war der letzte Tag mit gutem Wetter angesagt. Daher beschlossen wir noch einmal am Col du Lautaret zu starten und in Richtung Pic des Trois Evêchés zu gehen. Die Passstraße der Rennrad Fahrer auf den Col du Galibier kannten wir bereits. Bei der Brücke bogen wir dieses mal auch ab und gingen über weite Flächen in Richtung unseres Gipfels. Wie im Dauphiné üblich, war an der Scharte für die Skitouren Geher Schluss. Das letzte Stück dorthin war noch einmal eine Übungsstrecke für Spitzkehren. So konnten wir noch einen echten 3000er in unserem Tourenbuch abhacken und auch die Abfahrt war trotz der warmen Bedingungen recht gut. Leider zogen dann schon die vorhergesagten Wolken ins Tal und signalisierten uns, dass dies die letzte Skitour der Woche war.

Am Donnerstag wachten wir bei Regen auf und nach dem Frühstück ging es in die andere Richtung bergab nach Grenoble. Nach einer Runde durch die Altstadt besuchten wir das Museum der Region Isère, in dem wir von der Römerzeit über das Mittelalter bis in die Neuzeit sehr interessante Exponate zu sehen bekamen. Das Mittagessen war noch einmal ein kulinarisches Highlight, das wir mit einer Weißwein und einem Espresso abschlossen. Am Nachmittag wanderten wir noch auf den Burgberg von Grenoble, von wo wir einen sehr schönen Blick auf Grenoble und die umliegenden Berge hatten. Da es wieder zu regnen begann, fuhren wir mit der Bahn hinunter.

Am Abend erhielten wir noch einmal einen sehr guten Einblick in die savoyardische Küche. Für unser Raclette wurde ein halber Laib Käse eingespannt und wir schabten den erwärmten Käse auf unsere Kartoffeln, das Baguette und Wurst und Schinken. Alle waren komplett gesättigt und am Schluss gab es noch von der Hotelchefin für jeden einen grünen Charteuse.

Nachdem das Wetter leider auch am Freitag nicht besser wurde fuhren wir nach Turin. In der Innenstadt hatte Sepp viel Spaß beim Autofahren in den kleinen Gässchen der Altstadt. Mit etwas Verspätung fanden wir unser Hotel. Hier hatte Sepp ein Schmuckstück gefunden. Im Anschluss ging es in die Altstadt und mit den teilweise historischen Trambahnen in Richtung des Stadtberges von Turin, auf dem die Basilika Superga steht. Wir entschlossen uns die historische Zahnradbahn zu nutzen, da die Temperaturen doch sehr warm waren.

Nach dem Besuch der Basilika hatten wir einen herrlichen Blick über das Piemont. Zurück ging es auch wieder mit der Zahnradbahn und dann zurück in die Innenstadt. Wir stiegen an der Porta Palatina, dem einzigen römischen Stadttor in Turin aus. Anschließend gingen wir noch in den Turiner Dom, um das berühmte Grabtuch zu besichtigen. Den Abschluss unserer Reise bildete ein gutes piemonteser Essen, allerdings ist es am Freitag Abend in Norditalien ratsam zu reservieren – sonst bekommt man schwer einen Tisch. Um auf die schöne Woche anzustoßen suchten wir uns noch eine Bar, in der es Gin Tonic gab.

So endete unsere Reise ins „Karakorum der Alpen“, dem Dauphiné mit der Rückreise per Flugzeug nach Frankfurt bzw. mit dem Auto durch die Schweiz zurück nach Oberbayern.

Gerne erzählen wir den daheimgebliebenen bei einem Charteuse von der tollen Reise und den Plänen fürs nächste Jahr.

Dabei waren Sepp, Klaus B., Klaus S. und Heinz