Jubiläumswochenende Schneibsteinhaus von 8. bis 10. September 2023

Sommerliches Jubiläumswochenende Schneibsteinhaus von 8. bis 10. September 2023

Bei der Planung für das Jubiläumsjahr 2023 wurde neben einem Winterwochenende (Meißner Haus 03.-05.03.2023) auch ein Sommerwochenende in das Programm genommen. Anders als im Winter mit zwei Gruppen war die Organisation für mehrere Gruppen und Aktivitäten etwas herausfordernder. Letztlich konnte u. a. der Ausfall von zwei Tourenleitern gut gemeistert werden und ein abwechslungsreiches Wochenende mit insgesamt 28 Teilnehmenden bei schönstem Wetter gestaltet werden.

FREITAG

Vier Mountainbiker (Hans, Pit, Sepp und Schorsch – zusammen 268 Jahre) machten sich am Freitag zu einer großartigen Tour rund um den Hohen Göll auf. Das Auto wurde nahe Gmerk abgestellt. Start war die Roßfeldhöhenringstraße. Zum Glück waren nur wenig motorisierte Fahrzeuge unterwegs, so dass die Auffahrt ein Genuss war. Ein erstes Highlight war dann gleich am höchsten Punkt beim Parkplatz Hennenköpfl. Die Ausblicke auf Salzburg, Untersberg, Hohen Göll, Reiter Alpe und hinaus zum Tennengebirge sowie zum vergletscherten Dachsteinmassiv sind einfach gewaltig. Hinab ging es bis zum Ofnerboden, wo die Höhenstraße verlassen wurde. Auf einsamen Wegen ging es am Kehlstein entlang bis zur nicht mehr bewirtschafteten Scharitzkehlalm und weiter bis nach Hinterbrand. Von dort zur Mittelstation der Jennerbahn und weiter bis zur Königsbachalm mit gelegentlichen Ausblicken zum Königssee. Ab jetzt geht es nur noch sehr steil bergauf bis zum Schneibsteinhaus wo die MTB-Runde für einen Tag unterbrochen wurde.

Monika, Marianne, Günter und Ingrid starteten von Hinterbrand aus eine anspruchsvolle Bergtour zum Hohen Brett 2.340m. Der Aufstieg führte auf komplett unmarkierten Wegen, zuerst ein Teil durch den Wald Richtung Brettgabel. Mit Hilfe des GPS von Marianne wurde immer wieder der richtige Weg gefunden. Das Gelände wechselte sich ständig ab, zuerst Wiesenpfad,  später Schrofengelände und felsige Passagen. Die Steinmandl unterwegs dienten zusätzlich als Orientierungshilfe. Nach dem schweißtreibenden Aufstieg endlich am Plateau vom Hohen Brett angekommen, wurde eine verdiente Brotzeit genossen. Das sommerliche Wetter ermöglichte Blicke auf den Hohen Göll, den Watzmann und auch eine herrliche Weitsicht bis zum Hochkönig. Der Abstieg verlangte dann Konzentration und Trittsicherheit. Das steile Gelände mit teils bröseligem Fels ist zwar stellenweise mit Drahtseilen gesichert, aber es war trotzdem Vorsicht geboten. Den Pfaffenkegel mitsamt Gipfelkreuz wurde rechts liegengelassen, um pünktlich zum Abendessen um 18 Uhr anzukommen.

Sonja und Werner starten mit Anneliese, Kathi und Klaus im CityMobil in Haag und sammelten unterwegs am Pendlerparkplatz Schweinbach noch Irmi, Miche und Manfred ein. Ziel war Schönau am Königsee mit anschließendem Aufstieg zum Klettersteig am Grünstein. Nach einer letzten kurzen Einweisung am Anseilplatz ging es gleich mit einer senkrechten B-Stelle den Isiodorsteig hinauf. Über den Beppo-Pfeiler mit einer ersten C-Stelle ging es gegenüber der deutlich schwierigeren Hotelroute immer weiter nach oben. Ohne Gehgelände, über das Werner-Wandl und die Kastner-Fritz-Traverse wurde das sogenannte Fotoloch gequert. Am Sulzberg-Überhang wartete eine weitere C-Stelle, gefolgt von einfachen A- und B-Stellen zum Quittenbaumeck. Kurz darauf zwei weitere, letzte C-Stellen mussten gemeistert werden bevor es vergleichsweise einfach, vorbei am Laxerbankerl, zum Gipfel auf 1.304m ging. Oben angekommen wurde die Klettersteigausrüstung abgelegt und nach einem kurzem Aufenthalt die Grünsteinhütte zur Einkehr aufgesucht. Nach dem folgenden Abstieg zum Königsee ging es weiter nach Hinterbrand mit anschließendem Aufstieg zum Schneibsteinhaus.

Neben dem bereits wartenden Karl trafen somit alle Gruppen auf dem Schneibsteinhaus ein. Zum Abendessen trafen dann auch nach und nach unsere Junioren sowie Anna ein. Alle genossen den ersten Hüttenabend, für die Junioren gab es eine Klettersteigeinweisung für den Folgetag und zur üblichen Hüttenruhe um 22 Uhr ging es dann in die reservierten Zimmer bzw. das Lager.

SAMSTAG

Der Samstag begann früh mit einem ausgiebigen Frühstück um 7 Uhr und anschließend wurden zwei Gruppen gebildet.

Sonja und Werner, ergänzt um die MTBler Sepp und Schorsch, starteten mit den zehn Junioren (Claudia, Andreas, Corinna, Andreas, Sarah, Mark, Eva, Christian, Michael und Alina) an die Klettersteige am Jenner. Begrüßt von laut pfeifenden Murmeltieren wurde der Gipfelbereich des kleinen Jenners erreicht. Hier wurde die Klettersteigausrüstung angelegt und der Abstieg auf dem schmalen Pfad zum Klettersteigeinstieg des „Schützensteigs“ begann. Voller Vorfreude starteten alle in den Steig und als erstes ging es zwischen Fels und einem Baum durch den Wampenschreck. Nach wenigen Minuten war der Flying Fox erreicht, dann die allermeisten zur Querung eines kurzen Stückes nutzen. Einige umgingen diese luftige Herausforderung und weiter ging es über A-, A/B- und B-Passagen mehr querend als hinauf. Über eine Hängebrücke wurde der Notausstieg erreichte, den allerdings keiner benötigte. Mit viel Spaß, tollem Blick auf den Königsee ging es zur „schneidigen Gams“, weiter über Holzbalken zur letzten Passage des Klettersteigs. Über einige Pfeiler ging es nun hinauf Richtung Gipfel. Knapp unterhalb, fast unerreichbar im Fels stand ein prominentes Edelweiß-Nest zu besichtigen und die vielleicht schönsten Steigfotos konnten gemacht werden. Nachdem alle am Gipfel angekommen waren, gab es ein Gruppenfoto sowie eine kleine Brotzeit. Für den anschließenden mit C/D klassifizierten „Laxersteig“ konnten sich neben den Senioren dann nur noch Andreas und Michael motivieren. Wieder ging es hinunter, vorbei am Einstieg des Schützensteigs, immer steiler werdend. Bereits der Großteil des Abstiegs über eine steile Wiesenrinne am Laxersteig ist drahtseilversichert, noch nicht besonders gut ausgetreten und aufgrund andauernder Nässe ziemlich rutschig. Der Laxersteig startet mit einer Leiter und vergleichsweise leicht mit B bzw. A/B. Doch schon anschließend geht es über C- bzw. steile, ausgesetzte C/D-Stellen (die sich eher wie D anfühlen) über Wände und Pfeiler weiter. Auch wird der Notausstieg links liegen gelassen, die Lärchen-Traverse und die schöne Aussicht passiert. Im sakrischen Eck wird es dann wieder schwieriger bevor es über etliche B/C-Stellen steil bergauf geht. Am Schluss wartet mit dem „Grande Finale“ in C/D nochmals eine letzte Herausforderung bevor alle am Ausstieg ankommen. Keiner hat Lust auf den Fußmarsch hoch, so dass der Schützensteig ein zweites Mal durchstiegen wird.

Für den Rest stand als Wanderung die kleine Schneibsteinrunde auf dem Plan. Erstes Ziel war der Schneibstein auf 2.276m. Es ging anfangs durch Latschen, dann serpentinenartig hoch zum weiten Plateau. Bei wiederum strahlendem Sonnenschein waren viele weitere Wanderer unterwegs. Oben verteilte sich alles, da es sehr weitläufig ist. Auch hier gab es grandiose Weitblicke. Runter ging es am Windschartenkopf 2.211m vorbei, den aber fünf nicht auslassen wollten und noch schnell überschritten. Am herrlich grünblauen Seeleinsee fanden sich dann alle wieder ein, um ein kühlendes Fußbad zu nehmen. Weiter ging es runter durch teilweise angenehm schattigen Wald zur Priesbergalm, wo auf viele ein kühles Weißbier wartete. Gut gestärkt ging es weiter und die letzten 300 Höhenmeter hinauf zum Schneibsteinhaus.

Am späten Nachmittag trafen sich alle Gruppen wieder am Schneibsteinhaus. Alle berichteten über ihre jeweiligen Erlebnisse und genossen die Sonnenstrahlen auf der Terrasse. Auch das Abendessen konnte hier genossen werden, bevor es anschließend zu Spielen und Gesprächen in die Stube ging. Claudia hatte gesellige Hüttenspiele dabei, aber auch Spiele zum Tüfteln. Begeistert davon verging der Abend wie im Flug.

SONNTAG

Am Sonntag setzten die Mountainbiker Hans, Sepp und Schorsch ihre Runde fort, wieder steil bergauf zum Torrener Joch, wo es ins Bluntautal zunächst mit kurzer Schiebepassage und anschließend 13 Kilometer in unzähligen Serpentinen genüsslich bergab geht. Auf dem Salzach-Radweg geht es gemütlich und abwechslungsreich weiter bis Kuchl, wo nun der letzte Anstieg begann. Auf gut zu fahrenden Waldwegen geht es überwiegend mäßig steil bergauf bis schließlich nach einer kurzen sehr steilen Rampe die kleine Grenzstelle in Gmerk erreicht wurde. Zum Auto war es nun nicht mehr weit und alle waren froh, dass die Roßfeldstraße bereits am Freitag auf dem Programm stand, wo bei weitem nicht so viele Motorräder unterwegs waren. Insgesamt waren es 2.580 Höhenmeter und 68 Kilometer.

Monika, Marianne, Günter, Anneliese und Ingrid nahmen sich die Rothspielscheibe 1.940m vor. Nachdem dieser Weg auch nicht ausgezeichnet ist, informierte man sich beim Hüttenwirt über den Verlauf. Laut seiner Aussage muss die Königstalalm links liegen gelassen werden. Gesagt getan, aber leider falscher Hinweis. Mit ein bisschen Hin- und Herlaufen wurde schließlich der richtige Weg gefunden, und zwar an der Alm rechts vorbei. Rauf ging es auf sehr feuchtem und rutschigen Weg durch den Wald, kurz vor dem Gipfel wurde es dann sogar ein wenig ausgesetzt. Oben am Gipfel angekommen, war nur eine andere kleine Gruppe von Wanderern da. Ein Ehepaar aus Waging hatte den Tipp, auf der anderen Seite runter zu gehen, da es dort nicht so rutschig sein sollte. Wieder gesagt, getan. Durch stark verkarstetes Gelände ging es runter zum Wald, und da wurde es auch wieder äußerst rutschig. Auch auf dieser Tour wurde ein Strauss von Edelweißen gesichtet. Zurück an der Königstalalm wurden die Trinkflaschen für den Rückweg zum Schneibsteinhaus aufgefüllt. Hier gab es eine Stärkung mit Kaffee und Kuchen bevor das ereignisreiche, schöne Wochenende mit dem Abstieg zum Parkplatz in Hinterbrand endete. Auf dem Rückweg wurden über der Mitterkaseralm noch ein paar Bartgeier auf ihren Runden gesichtet.

Am Sonntag um 8:15 Uhr startete Sonja mit den Junioren (Claudia, Andreas, Corinna, Andreas, Sarah, Mark, Michael und Alina) sowie Anna ebenfalls zu einer Wanderung zum Hohen Brett 2.340m. Nach kurzer Zeit wurde das Stahlhaus und der Abzweiger zum Pfaffenkegel 1.837m passiert, der bereits am Vortag bestiegen wurde. Über Felsstufen und Holztreppen ging es weiter. Da es schon sehr warm war, lief schon die eine oder andere Schweißperle über die Gesichter und so wurde gelegentlich eine Trinkpause eingelegt und die Aussicht genossen. Schon am Samstag wurde im Schützensteig ein ganzes Edelweiß-Nest entdeckt und im auffälligen Schrofengelände des Hohen Bretts liegenden Wiesenrückens sind um diese Jahreszeit in der Regel auch immer Edelweiß zu finden. Und tatsächlich waren die schönen und für einen Bergfreund besonderen Blumen dort auch wieder zahlreich vertreten. Einige aus der Gruppe freute dies besonders, da sie seit Jahren nach einem Edelweiß Ausschau gehalten hatten und bisher erst zwei Wochen vor dem Hüttenwochenende ein einziges Exemplar gefunden hatten. Nach einer kurzen Fotopause wurde die Tour fortgesetzt und das Schrofengelände durchschritten, in dem zeitweise auch etwas gekraxelt werden musste. So gelangten alle zu dem auf knapp 2.200 m liegenden Jägerkreuz, das mit dem beeindruckenden Watzmann-Massiv im Hintergrund zum ersten Gruppenfoto einlud. Vor uns konnten noch die von Werner geführte Bergsteigergruppe sehen, die an diesem Tag auf den Hohen Göll ging. Dann ging es über Karstgelände weiter zum Gipfel des Hohen Brettes. Hier gab es das zweite Gruppenfoto sowie eine verdiente Brotzeit. Nachdem alle Teilnehmenden über 18 Jahre alt waren, gab es auch ein Gipfelschnapserl. Nach einer ausgiebigen Pause ging es über den Aufstiegsweg zurück zum Schneibsteinhaus, wo noch einiges an Ausrüstung zwischengelagert war. Auf dem Weg wurde noch eine Bergmesse beobachtet und der Musik gelauscht. Am Schneibsteinhaus stärkten sich alle noch mit Wurstsalat, Apfelstrudel und kühlen Getränken, bevor es über die Mitterkaser-Alm zurück zum Wanderparkplatz Hinterbrand ging, von wo alle zurück fuhren.

Auf eine anspruchsvolle, lange Bergtour auf den Hohen Göll startete Werner mit Irmi, Kathi und Miche. Zu erst ging es mit etwa einer Viertelstunde Vorsprung vor der „Juniorentruppe“, vorbei am Stahlhaus auf den Pfaffenkegel 1.837m. Weiter zum Jägerkreuz und dem Gipfel des Hohen Bretts 2.340m. Von dort ging es über den langen Grat des Brettriedel 2.344m im leichten auf und ab mit gelegentlicher, leichter ausgesetzter Kletterei Richtung Archenkopf. Dieser wurde etwas unterhalb am Abzweig zum Alpeltalsteig passiert und der Anstieg zum Hohen Göll 2.523m begann. Hier pausierten bereits etliche Bergsteiger in der Sonne, dennoch konnten schöne Gipfelfotos geschossen werden. Bei der anschließenden Brotzeit gab es auch ein paar Brocken für die hungrigen Dohlen und schon bald drängte der Tourenleiter – mit Blick auf den langen Abstieg – zum Aufbruch. Es ging wieder hinunter zur Scharte, nun mit dem Abzweig ins Alpeltal. Über markantes, fast endlos erscheinendes Karstgelände war hohe Konzentration gefordert. Mit voll bepackten Rucksäcken und knapp bemessenem Getränkevorrat war die hochsommerliche, windstille Witterung zusätzlich herausfordernd. Nach rund eineinhalb Stunden wurde mit Blick auf die Alpelköpfe das vermeintliche Ende des löchrigen Karstes erreicht. Aber weit gefehlt, auch der weitere Weg zeigte sich karstig-felsig und immer anspruchsvoll. So dauerte es weitere rund zwei Stunden bis das Ende der Tour – der Parkplatz Hinterbrand – ersichtlich war und durstig erreicht wurde. Nach dem Verstauen des Gepäcks wurde der Gasthof Vorderbrand als nächstliegende Einkehrmöglichkeit angesteuert. Hier gab es umgehend genug zu trinken und der nicht allzu große Hunger konnte auch gestillt werden.

Über die tollen Rückmeldungen und den Dank der Teilnehmenden bzgl. der gemeinsamen Unternehmungen haben wir uns sehr gefreut! Wir sagen: „Herzlichen Dank für die Teilnahme und gerne wieder 😊!“

Eure WanderleiterInnen
Werner, Sonja, Schorsch, Ingrid (mit Marianne)

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