Innsbrucker Klettersteig am Sonntag, 3. September 2023

Nachdem wir vor einigen Wochen im Nord-Karwendel am Klettersteig „Mittenwalder Höhenweg“ unterwegs waren, ging es dieses Mal mit insgesamt zehn Teilnehmenden zum Innsbrucker Klettersteig im Süd-Karwendel. Nachdem uns das CityMobil nicht zur Verfügung stand, fuhren wir mit drei PKWs um 6 Uhr in Haag los und kamen etwa um 8 Uhr in der Tiefgarage der Nordkettenbahn in Innsbruck an. Sonja besorgte die eigens erhältlichen „Klettersteigtickets“, bezahlte zudem bereits vorab die Tiefgarage und schon ging es hoch. Mit der Standseilbahn fuhren wir erst unter- dann oberirdisch, überquerten den Inn, passierten den Alpenzoo und waren in wenigen Minuten bei der Hungerburg. Dort ging es – nach einer ersten kurzen Aussicht auf die Tiroler Landeshauptstadt – zu Fuß über den Hermann-Buhl-Platz zur Talstation der Seegrubenbahn. Mit einer der ersten Fahrten an diesem Tag fuhren wir hoch, stiegen um in die Seilbahn auf das Hafelekar (2.344m), wo wir an der Bergstation kurz nach 9 Uhr ankamen.

Nach dem Aufsuchen der WCs und einem zweiten Blick hinunter nach Innsbruck starteten wir zur Einstiegstelle des Klettersteigs. Routiniert wurde die erforderliche Klettersteigausrüstung angelegt und ein gegenseitiger Check durchgeführt. Bereits hier schloss sich uns eine junge – in Innsbruck arbeitende – Holländerin an, die uns (ohne jede Klettersteigerfahrung) als willkommene Anschlussgruppe auserkor. Inklusive Verschnaufpause sowie letzten Instruktionen startete Sonja gegen 9:45 Uhr in den Klettersteig. Vor uns waren, wie erwartet, schon einige unterwegs und auch nach uns folgten an diesem schönen Tag weitere Alpinisten. Wie oft bei Klettersteigen, ging es hier mit einer steilen C-Stelle gleich ordentlich zur Sache und konzentriert meisterte eine/r nach dem/r anderen diese erste Herausforderung. Werner machte wieder den Schlusskletterer, bereits eine halbe Stunde später erreichten wir mit der Seegrubenspitze (2.350m) den ersten Gipfel. Weiter am Grat ging es anschließend erst hinunter zur Rastkuppe und dann wieder hinauf. Die östliche Kamin-Spitze (2.435m) erklommen wir gegen 11:15 Uhr. Nach einem weiteren Abstieg, ereilte uns in der anschließenden Querung der einzige Schrecken des Tages, als ein nicht gerade kleiner – sich offensichtlich selbst gelöster – Stein auf dem Weg nach unten schadlos zwischen unserer Gruppe durchpfiff. Passender Weise kam kurz danach die „Seufzer-Hängebrücke“, die wir wacklig, aber gesichert überquerten und dann die Aufmerksamkeit wieder auf weitere „Blöcke, „Rinnen“ und „Wände“ richten konnten.

Auch der weitere Verlauf des Klettersteigs – der fast immer am Grat und mit wenig Gehpassagen verläuft – erforderte die ganze Aufmerksamkeit und es gab nur wenig Pausen, wenn man von kleineren Stauungen bei schwierigeren Stellen absieht. Zudem erforderte die Gruppengröße ein maßvolles Tempo und immer wieder einmal das Vorbeilassen schnellerer Kletterer. Den angepeilten Rastplatz am höchsten Gipfel des Klettersteigs (Kemacher 2.480m) erreichten wir gegen 13 Uhr. Hier gab es die verdiente Rast, auch die allgegenwärtigen Dohlen (u. a. eine „einfüßige“) bekamen ein paar Brocken ab und das obligatorische Gipfelfoto natürlich ebenso gemacht. Der Gipfelschnaps blieb in Anbetracht der noch bevorstehenden klettertechnischen Schwierigkeiten im Rucksack, denn der Abstieg und Ende des Teil A des Innsbrucker Klettersteigs zum Langen Sattel (2.258m) erforderte weiterhin volle Konzentration.

Den Sattel erreichten wir gegen 14:30 Uhr. Sonja und Werner stimmten sich über das weitere Vorgehen ab, da ersichtlich war, dass für die ganze Gruppe und die Bewältigung von Teil B des Klettersteiges eventuell das Zeitfenster bis zur letzten Bahnfahrt nicht mehr ausreichend sein könnte und den meisten dieser Teil auch bereits „reichte“. Zudem wartete im Ausstieg dieses Teils auch die schwerste Stelle des Klettersteigs (C/D). So wurden Sepp und Michael auserkoren um zusammen mit Werner noch „schnell“ den Teil B zu klettern und anschließend dem Rest der Gruppe zur Einkehr in der Bergstation der Seegruben-Seilbahn zu folgen. Die junge Holländerin hatte uns hier bereits zielstrebig überholt und sich anderen Klettersteiggehern angeschlossen, um diesen Teil zu absolvieren.

Wir drei stiegen zügigen Schrittes hoch zum Einstieg an der östlichen Sattelspitze (2.369m). Wie erwartet und in der Topo angegeben, war dieser Teil des Klettersteigs zwar vergleichsweise kurz, aber nochmals richtig „knackig“, mit steilen Ab- und Aufstiegen durchgängig in der Schwierigkeit B/C. Das in etwa der Mitte liegende Gipfelfoto von der westlichen Sattelspitze (2.370m) gab es kurz nach 15 Uhr. Der Ausstieg mit überhängender Wand erfolgte gegen 15:30 Uhr. Anschließend ging es vorbei an der Felsformation „Frau Hitt“ zuerst steil, dann lange den Gebirgszug querend zurück zur Seegrube.

Auf der Terrasse der Bergstation Seegrube (1.905m) kehrten wir gemeinsam zum Abschluss des Klettersteiges ein. Das Resümee zum Tag ergab eine erfolgreiche sowie – abgesehen von ein paar Kratzern an den Händen und Beinen – unfallfreie Tour. Zurück ging es wieder zuerst mit der Seilbahn bis zur Hungerburg bzw. der Standseilbahn bis in die Stadt. Wir verstauten zunächst das Gepäck im Kofferraum, verabschiedeten uns bereits vorsorglich voneinander und machten uns auf die Heimreise. Haag erreichten wir kurz nacheinander gegen 20 Uhr und ein langer Bergtag endete.

Teilnehmende: Anneliese, Claudia, Daniela, Günther, Irmi, Kathi, Klaus, Michael, Michael und Sepp

sowie Sonja und Werner
(Organisation, Bericht und Fotos)

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