Hochtour Großer Löffler und Schwarzenstein 01.-03. Juli 2022

Am Freitag erfolgte die Anreise in sehr unterschiedlichen Varianten. Sonja (die noch ein paar Tage im Ahrntal dranhängen wollte) fuhr gleich morgens alleine los, kam mittags noch trocken auf der Kegelgasslalm an und schickte uns sogleich ein motivierendes Foto mit ihrem Begrüßungsschnaps. Sepp, Klaus und Werner fuhren am Vormittag mit kleiner Verspätung los (u. a. weil Sepp den unabdingbaren Eispickel vergessen hatte und kurzfristig einer organisiert werden musste). Sie kamen auf den letzten Metern der Anfahrt zum Parkplatz Stallila in einen Hagelschauer mit Platzregen und waren froh noch nicht unterwegs zu sein.

Der weitere Zustieg konnte dann unter Begleitung einiger vereinzelter Regentropfen, vorbei an der Rußbachalm, erfolgen. Rechtzeitig zum Abendessen kam dann unser Guide Uli mit seinen Südtiroler Arbeitskollegen schon etwas durchnässter an. Im Trockenen genossen wir rann gemeinsam Knödeltries mit Krautsalat und natürlich das eine oder andere Glas Südtiroler Rotwein.

So durchwachsen das Wetter am Anreisetag war, um so schöner wurden die Tourentage!

Am Samstag stand eine Hochtour mit zwei Seilschaften über das Trippachkees (südseitiger Gletscher) auf den Großen Löffler 3.379m auf dem Programm. Nach dem Frühstück um 6 Uhr ging es zeitig los und wir begannen den Anstieg zum Kees. Hier ging es gut und stetig steiler werdend, ohne viele Spalten, auf einer schmalen Schneebrücke über die Randspalte und anschließend kurz felsig auf die Trippachscharte, wo sich Klaus entschied nicht weiterzugehen.

Die Haager Seilschaft mit Sepp voraus wählte anschließend eine etwas andere Variante als die Südtiroler Seilschaft mit Uli durch das steile, felsdurchsetzte, nordseitige Floitenkees auf den breiten Westrücken. Hier legten wir unsere Pickel und Steigeisen ab und erreichten in zuletzt unschwieriger Kletterei das Gipfelkreuz.

Nach den obligatorischen Gipfelfotos und einer sonnigen Brotzeit ging es bald wieder hinunter zum Ablageplatz des Materials. Hier wählten wir für den Rückweg ein Abklettern am Grat zum Nebengipfel „Trippachspitze“ 3.267m und anschließend weiter am Grat abwärts zur Trippachscharte.

Sichtlich dankbar genossen die Südtiroler Mädels hierbei die Unterstützung von Sepp und Werner, bei der nicht ganz unschwierigen Kletterei im ausgesetzten Fels. Auf der Scharte gab es dann noch den verdienten Gipfelschnaps von Werner und der Rückweg über Fels und Gletscher begann. Nachdem es gut aufgefirnt hatte ging es zügig bergab und alle erreichten sehr zufrieden wieder die Unterkunft, wo wir mit einem selbst angesetztem Fichtenspitzenlikör für die erfolgreiche Besteigung des nicht ganz einfachen Berges von den Almwirten Klara und Siegi belohnt wurden.

Besonders belohnt wurde dann auch noch unser Guide Uli, der seine gewünschten Spaghetti Bolognese bekam, welche wir gemeinsam mit den liebenswerten Almwirten genossen.

Auch am Sonntag ging es früh morgens los und wir starten kurz vor sieben Uhr (ohne die zwischenzeitlich abgereisten Südtiroler) zu Fünft von der Kegelgasslalm Richtung Schwarzensteinhütte. Bei schönstem, sonnigen und warmen Wetter waren einige Wanderer unterwegs, sicher auch um vielleicht nur der sehr modern anmutenden Hütte einen Besuch abzustatten. So war unter anderem ein Bergtourist zu bestaunen, der unweit einer drahtseilversicherten Passage seinen Klappstuhl aufgestellt hatte und sich ohne „Skorpion“ (= Klettersteigset) nicht weitergehen traute.

Wir meisterten die Stelle dagegen zügig und erreichten schon bald die erst vor wenigen Jahren neu errichtete Schwarzensteinhütte. Klaus entschied sich hier zu bleiben und nach einem verdienten Bier wieder den Rückweg anzutreten. Sonja, Sepp, Werner und Uli stiegen weiter auf und erreichten über das Felsköpfl und das nordseitige Schwarzenbachkees gegen 10 Uhr den Schwarzensteingipfel auf 3.369m.

Nach einem langen Gipfelaufenthalt mit Fotoshooting und dem restlichen Gipfelschnaps von Werner ging es dann zurück zur Schwarzensteinhütte. In der höchstgelegenen Hütte der Zillertaler leisteten wir uns dann noch ein exklusives Getränk, schwelgten in Bergerinnerungen, genossen die Aussicht durch die großen Panoramafenster und planten bereits die nächsten Gipfelziele, bevor es an den Abstieg zur Alm ging. Dort angekommen packten wir alle unsere Sachen zusammen, verabschiedeten uns von den Wirtsleuten und schwitzten uns zum Parkplatz zurück.

Teilnehmer aus der Sektion Haag: Klaus, Sepp, Sonja, Werner und Uli

Teilnehmer aus Südtirol (am Samstag): Andi, Heidi, Martin und Stefan

Bericht: Werner und Sonja

Fotos: Werner und Sonja