Ackerl- und Mauktour am 20. und Berggottesdienst an der Ackerlhütte am 21. September 2025

Wenn der Wecker samstags schon um 5:00 Uhr klingelt, dann nur aus gutem Grund – und der hieß diesmal Wilder Kaiser. Pünktlich um 6:30 Uhr saßen die ersten im CityMobil Richtung Going, wo am Tannbichlparkplatz der Startschuss fiel. Unterwegs sammelten wir in Wasserburg bzw. Brannenburg zwei weitere Frühaufsteher ein. Ein weiterer Teilnehmer reiste selbst an, da am Folgetag einen wichtigen Termin wahrnehmen musste und nicht übernachtete.

Schon der Aufstieg gegen 8:00 Uhr begann knackig: wir hatten Proviant für eine Übernachtung von 13 Personen in der Selbstversorgerhütte dabei, diese wurde auf etliche Rucksäcke sowie eine Umhängetasche aufgeteilt. Zudem war es wie vom Wetterbericht vorhergesagt richtig warm und sonnig, das sprichwörtliche Kaiserwetter. Anfangs durch den Wald ging es schon bald danach über grüne Almwiesen, zur Oberen Regalm und weiter Richtung Ackerlhütte. Frische Morgenluft, Kuhglocken – fast Postkartenidylle.

An der Hütte wurde der Proviant verstaut und mit nun deutlich leichterem Gepäck ging es nun weiter. Doch der Kaiser wäre nicht der Kaiser, wenn er es uns so leicht machen würde. Spätestens beim Blick in die schrofigen Hänge war allen klar: Heute sind Schwindelfreiheit und Konzentration gefragt.Der Weg wurde steiler und felsiger. Vorbei ging es am Fundament der alten Ackerlhütte zur ersten Kletterei.

Im Niedersessel teilte sich die Gruppe:

Sechs Abenteurer entschieden sich für die Ackerlspitze (2.329 m). Hier warteten luftige Kletterstellen, eine fast senkrechte Felswand mit Bügeln und ein ausgesetzter Grat – quasi das „Menü für Fortgeschrittene“. Nach der Kraxelei ging es über den Hochsessel zur Ackerlschneid. Dort parkte eine Teilnehmerin ein und querte vorzeitig zur Maukspitze. Der Rest nahm die noch ausstehenden steilen rund 200 Höhenmeter in Angriff. Auch die letzten Höhenmeter wurden in leichter Kletterei zurückgelegt. Oben um etwa 13:30 Uhr angekommen belohnte die fünf Gipfelsieger ein fantastisches Panorama über Kaisergebirge, Loferer, Leoganger und Hohen Tauern mit Großglockner und Großvenediger.

Eine 2er Genießergruppe nahm den direkteren Weg zur Maukspitze (2.231 m). Auch hier war keine Langeweile angesagt: Schrofen, eine steile Rampe und ein luftiger Gipfelkamm verlangten volle Aufmerksamkeit. Am Gipfelkreuz gegen 13:00 Uhr angekommen, weilte Sepp nicht lange und eilte in dem ihm eigenen Tempo auch noch auf die Ackerlspitze, wo er den anderen Gruppenteil gerade im Abstieg antraf.

Gegen 15:30 Uhr waren dann alle Gipfelaspiranten wiedervereint auf der Maukspitze, wo nach einer verdienten zweiten Brotzeit, einem Gipfelschnapserl und dem obligatorischen Gipfelfoto der Abstieg bevorstand. Hinab ging es den Normalweg, der nochmals Aufmerksamkeit verlangte.

Nach etwa 1.600 Höhenmetern musste bei Ankunft an der Ackerlhütte der Getränkehaushalt der Wandernden wieder gefüllt werden, bevor der Bergtag dann mit dem Wichtigsten abgeschlossen wurde: zusammen mit den weiteren fünft Übernachtungsgästen der Sektion Haag i. OB wurde in der kleinen Küche mit Holzofen ein 3-Gänge-Abendessen mit Gurkensalat, Schinkennudeln und mitgebrachtem Kuchen gezaubert. Bei Hüttenstimmung, Lachen und ein paar „Fachgesprächen“ über die beste Klettertechnik, weitere Gipfelziele in naher und ferner Zukunft sowie auch weniger fachlichen Themen verging der Abend wie im Flug.

Die Nacht im kleinen Lager war dann eine weitere Herausforderung. Aufgrund der hohen Temperaturen, waren Decken nicht sonderlich gefragt und dennoch war eigentlich jedem zu warm und die Luft trotz geöffnetem Fenster ziemlich stickig. Dennoch krabbelten am Sonntagmorgen so einer nach dem anderen zufrieden aus dem Bett und die Frühaufsteher wurden mit einem Sonnenaufgang sowie einigen Heißluftballonen am Himmel und natürlich einem Frühstück mit Müsli, Resten vom Vortag, Kuchen, Kaffee und Tee belohnt.

Der weitere Sonntag stand ganz im Zeichen des Berggottesdienstes, der pünktlich um 11:00 Uhr begann. Aufgrund des Kaiserwetters war eine stattliche Anzahl von Bergsteigern/-innen angereist und in rund 1,5 Stunden auf die 1.465m hoch gelegene Ackerlhütte aufgestiegen. Vor der Hütte, mit den Kaiserwänden im Rücken, zelebrierte Diakon Andreas Klein nach kurzer Begrüßung des 1. Vorstands Karl Gaigl, den Gottesdienst. Begleitet wurde er dabei vier Bläsern der Ramsauer 6er Musi und unterstützt von Sektionsmitgliedern bei der Lesung und den Fürbitten.

Auch der ehemalige Alpenvereins-Sektionsvorstand aus Kitzbühel Jonny Möllinger lies sich seinen Beitrag nicht nehmen und vor dem musikalischen Schlusspunkt berichtete der 2. Vorstand Toni Oberkandler vom geplanten Austausch des Maukkreuzes in Zusammenarbeit mit der Goinger Landjugend im nächsten Jahr. Hier gilt es sich den 21. Juni 2026 zu merken, an diesem Tag steht die Segnung des Kreuzes an der Ackerlhütte im Kalender.

Im Anschluss an den Berggottesdienst wurde die mitgebrachte Brotzeit ausgepackt und es gab Getränke aus der Hütte vom freundlichen Hüttenpersonal. Reichlich Sonnenschirme spendeten Schatten und überall wurde reichlich geratscht und gelacht.

Beim Abstieg ins Tal spürten wir zwar die Höhenmeter in den Beinen, aber auch die Freude über zwei Gipfelsiege, einen wunderbaren Gottesdienst bei Kaiserwetter, beste Gesellschaft und ein Stück Kaisermagie im Herzen.

Organisation Tour: Sonja Schnellinger, Sepp Gaigl und Werner Reischl
Teilnehmende: Daniela, Gerhard, Eva, Lars, Ludwig

Organisation Berggottesdienst: Heinz Oberkandler

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