Stefanitour 2019 zur Feldlahnalm

Tourenbegleiterin: Gisela Mayerhofer

Es ist schon Tradition, dass uns Gisela Mayerhofer für den 2. Weihnachtsfeiertag zu einer Stefanitour einlädt. An diesem Tag haben viele Begleiter den Wunsch, einige der „Zuviel-Kalorien“ der Vortage wieder los zu werden….ein bisschen träumen darf man doch….denn auch an diesem Tag lassen wir es uns gut gehen.

Bevor ich mit dem Bericht zu dieser Tour beginne, möchte ich auf den Tag davor zurückschauen, den 1. Weihnachtsfeiertag. Witterungsmäßig war dieser äußerst „outdoor-feindlich“ …wie wir Bayern sagen… – Regen, Wind, um die Nullgrad-Grenze, ein Wetter, wo man sagt: „Da schickt man keinen Hund raus…..!“
Obwohl die Wettervorhersagen für den 2. Weihnachtstag relativ gut waren, fiel es schwer, daran zu glauben.

Wir waren elf Personen, als wir um 8.30 Uhr vom Haager Postparkplatz abfuhren, eigentlich wäre es eine höhere Beteiligung gewesen, doch es gab krankheitsbedingte Absagen. Mit drei PKW`s fuhren wir über Bernau, Marquardstein nach Unterwössen und weiter nach Brem zum Parkplatz (665 Hm). Dort parkten wir unsere Autos an dem fast leeren Parkplatz.

Während der Anfahrt machten wir schon die Feststellung, dass die Wettervorhersage Recht behielt, und nicht der Pessemismus. Es war „Bayerischer weißblauer Himmel“, die flache Sonne blendete in unsere Autos, wir wurden für unsere Entscheidung, diesen Tag aktiv zu verbringen, belohnt.

Wir teilten uns in zwei Gruppen auf. Der Großteil der Bergwanderer marschierten zur Hubertus-Kapelle, von dort ein Stück in Richtung Rechenberg-Alm, dann die Forststraße entlang, bis man dann rechterhand unten die Feldlahnalm (955 Hm) erblickt, von da sind es nur mehr zehn Minuten, und man ist am Ziel. Der höchste Punkt der Tour dürfte über 1000 Hm liegen.

Weil der Wirt sich äußerte, dass er die reservierten Plätze nur bis 12.00 Uhr frei hält, haben zwei aus unserer Gruppe den kürzeren Weg – direkt zur Feldlahnalm – gewählt, um dem Wirt zu zeigen, dass wir auch gewiss kommen.

Wir – die 2-Mann Gruppe – waren schon einige Male diesen Weg am „Hammerbachgraben“ gegangen, und stellten fest, diese Landschaft hier ist immer anders…und immer schön…

Wir kennen den Anstieg zu Sommerszeiten, wo der ständige Bach mit seinen Kaskaden an der Seite des Weges ist und mit der Bewaldung dazu Frische und Schatten spenden, verbunden mit der Umgebungsflora ist es ein Erlebnis, zur Alm hinauf zu gehen, es ist beinahe Pflicht, hier Fotos zu machen.

Auch im strengen Winter haben wir diese Tour schon gemacht. Der Weg reichlich mit Schnee bedeckt, der Bach stellenweise zugefroren, große Eiszapfen, die Bäume mit Schnee bedeckt, das friedliche Bild einer Winterlandschaft, ganze Kalender könnte man da mit den Fotos füllen, die man da machen kann.

Und was haben wir heute für eine Besonderheit erlebt ?
Wie schon erwähnt, am Tag vorher hat es auch da satte Niederschläge – teils Regen…teils Schnee…gegeben. Im Gebirge ist es nicht so, dass – wenn die Niederschläge aufhören – alles vorbei ist, wie bei einem Nachttischlamperl: ausgeknipst und dunkel ist es.

Wir genossen die vielen aktiven Bächlein, die in großer Anzahl von der Seite herausschossen. Wir sahen jede Menge von Wasserfällen, die man nur entdecken kann, wenn es regnet oder kurz vorher geregnet hat. Einen Wasserfall haben wir entdeckt, der inmitten einer steilen Wand heraustrat und nach etwa 30 m weiter unten – noch in der Wand – wieder verschwand.

Obwohl wir beflissen waren, die Hütte frühzeitig zu erreichen, konnten wir nicht anders, immer wieder dieses Naturschauspiel zu genießen und Fotos zu machen.

Die obere Hälfte des Weges gingen wir im Schnee, wenn er auch nicht sehr viel war, und das letzte Stück zur Feldlahnalm war es dann richtig Winter.

Als wir die Wirtschaft betreten, war diese „bumvoll“ mit Gästen, von einem freien Tisch keine Spur. Der Wirt meinte: „…hockts eich irgenddwo dazua, bis ihr alle da seits, wird eier Tisch scho frei sein….“
Es hatte den Gästen unseres bestellten Tisches nur ein Bleiberecht bis 11.30 eingeräumt, und diese verließen die Plätze auch rechtzeitig, damit unsere Gesellschaft sich niederlassen konnte.

Wir beide haben uns vorübergehend an einen kleinen Tisch – besetzt mit Einheimischen – „gehockt“ – wie vom Wirt angeraten – und es wurde da in kürzester Zeit „saugrüabig“ (lustig), Erlebnisse und Witze heiterten diese kleine Runde auf. Wie kann es auch anders sein, wenn die erste Bestellung heißt: „…bring ma bitte a Halbe Unertl…“ , das ist ein Weißbier, das in unserem Heimatort gebraut wird.

Als wir so mittendrin waren in lustiger Runde, da kamen auch die ersten Bergwanderer unser anderen Gruppe an, und sie waren entzückt, dass freie Plätze da waren, die auf sie warteten.

Diese Gruppe erzählte dann, dass sie am Höhenweg bereits über etwa 10 cm Neuschnee gegangen sind, und dass auch sie tolle Erlebnisse hatten, die Besichtigung der Kapelle und die freie Bergsicht incl. Sonne.

Als sich dann alle umgezogen hatten, und „ihre Sasse“ eingesitzt haben, ging es an die Essensbestellung.

Komischerweise sind jedesmal, wenn wir da sind, Zwiebelrostbraten und Paprikaschnitzel schon aus, vielleicht aus dem Grund, weil es diese Speisen auch nie gegeben hat, und weil wir in einer Alm sind.

Aber eine Speisekarte, die Kaspressknödel mit Suppe oder Kraut, oder Würstl mit Kraut beinhaltet, ist eine gute Speisekarte, belegte Speckbrote und andere almtypischen Produkte gibt es auch….was will man mehr…?

Der Wirt ist nett und fleißig, wir warten nicht lange auf unser Bestelltes, die Stimmung war bestens, das „Stefani-Schnäpschen“ – in Form eines Zirbenschnapses – feuerte diese noch mehr an.

Wenn man vom Fenster hinaus schaute, konnte man betrachten, dass die Sonne es schaffte, am Dach ein wenig Schnee zu schmelzen, am Ende der Dachrinne konnte man feststellen, dass sein kleines Rinnsal ständig nach unten tropfte, ein sehr idyllischer Anblick.

Doch wie immer, die Realität holt uns ein, wir wollen noch bei Tageslicht nach unten gehen, und nach Hause fahren. Keiner will es …jeder tut es…..bezahlen, in die Außenklamotten schlüpfen…und dann von den gefühlten 28 Grad der Hütte ins Feie, wo es etwa um die null Grad minus hat.

Bergab gehen wir dann die ganze Gruppe zusammen den Hammerbachgraben hinunter, es ist da einfach nur schön…ohne Einschänkungen…..

Fazit:
Gisela hat uns zu einer wunderschönen Tour, mit geselligen Teilnehmern verholfen, sowie auch einen Einblick in den bevorstehenden Winter. Wir alle hatten einen tollen Tag, und wunderten uns immer wieder wie unsere Tourenbegleiterin das mit dem Wetter hinbrachte.

Noch in der Dämmerung kamen wir alle gut in Haag an, und genossen den Rest des Tages, jeder auf seine Weise.

Bricht: AK
Fotos: AK
Fotos: GM