Stefanitag-Winterwanderung 2018 im Winkelmoosalm-Gebiet

Tourenbegleiterin: Gisela Mayerhofer

Gisela hat wieder zur traditionellen Stefanitag-Bergwanderung eingeladen, und vierzehn Personen waren um 8.15 Uhr in Haag bei der Abfahrt zur Stelle.

Über Marquardstein, Unterwössen ging es nach Reit im Winkl, von dort noch die letzten vier Kilometer zum Parkplatz Seegatterl, wo sich auch schon viele Pistenskifahrer eingefunden hatten.

Bei dieser Anfahrt bewahrheitete sich die alte Erfahrung wieder: „Die Winkelmoosalm ist bei schneearmen Wintern ein Geheimtipp.“

Wir fuhren fast die ganze Strecke in grau in grauer Landschaft, nur der schöne Sonnenaufgang brachte Farbe in das Landschaftsbild. Erst bei den letzten km vor Reit im Winkel waren die Felder mit einer dünnen Schneedecke ausgestattet, und je näher wir unserem Parkplatz kamen, desto mehr wuchs auch die Schneemenge.

Am Parkplatz war es sehr eisig, so dass einige unserer Teilnehmer bereits die Grödel (Leichtsteigeisen) installierten. Knapp 1 ¾ Stunden muss man rechnen für Anfuhr und Fertigmachen zum Anstieg.

Als wir den Parkplatz verlassen haben, boten sich uns ideale Gehbedingungen für diese Tour, schöner und trittfester Schnee, eine märchenhafte Winterlandschaft, die Sonne vertrieb die letzten Wolken, so hatten wir den ganzen Tag einen Mix von blauem Himmel, Sonne und jungfräulicher Schneedecke.

Der Schilderbaum – am Anfang der Tour – zeigte uns die vielen Möglichkeiten für Tourenziele, Gisela hat den Aufstieg: Vorbei an der Nattersbergalm (30 Min.) zur Hemmersuppenalm ( 70 Min.) und Annakapelle (15 Min.) gewählt, und das war gut so. Wir trafen lediglich eine andere vierköpfige Wandergruppe, ansonsten waren wir mit der Natur alleine.

Als wir dann nach einem kurzen Kapellenbesuch weiter gehen in Richtung Hindenburghütte ( 25 Min.) , werden die Leute schon etwas mehr, es handelt sich hier um Leute, die sich mit dem Bergtaxi bis zur Hindenburghütte fahren ließen, und dann noch ein knappes Viertelstündchen Aufstieg wagten, um hier in der Winterlandschaft zu sein, oder mit den Langlaufskiern eine kurze Loipe zu genießen.

Auf dem Weg von der Annakapelle bis zur Hindenburghütte war es wunderschön, neben der Strecke eine unberührte Winterlandschaft. Ganz kurz taten mir im Moment die Leute ein wenig leid, die sich heute nicht unserer Tour angeschlossen haben.

In der HH belegten wir unsere reservierten Plätze, die Getränke und Speisen kamen sehr rasch, die Speisekarte war umfangreich, von „Hirschgulasch“ über „Tirolerfetzen“, bis hin zu „Bratkartoffeln mit Soße“ waren gefragt.

Ich kann es nicht lassen, hier etwas in eigener Sache hinzuzufügen:

Als einer unserer Enkelsöhne bereits im Kindergarten war, kam er eines Tages heim und sagte: „Oma, Opa, ich weiß einen Witz, wollt ihr ihn hören ?“. Natürlich wollten wir den ersten Witz unseres Nachkommen hören, und er erzählte:

„Da war ein Papa mit seinem Buam im Gebirge und übernachteten. Mitten in der Nacht musste der Bua groß, und er suchte ein Clo. Es war dunkel, er öffnete mehrere Türen, und in der letzten Türe war ein goldenes Clo, und er verrichtete sein Geschäft. Am Morgen beim Frühstück – der Hüttenwirt saß auch dabei – erzählte der Junge von seinem nächtlichen Erfolg. Nach ein paar Sekunden sagte dann der Wirt:….dann bist Du der Bengel, der in meine Trompete gesch…….hat !?“

Diesen Witz habe ich öfters, wenn die allgemeine Laune dazu da war, in fröhlicher Runde erzählt, und ein Lachen der Zuhörer war garantiert.

Warum ich das erzähle ?:
In der Hindenburghütte hangen sehr viele Instrumente, Gitarren, Diatonische, Zither, Blasinstrumente an den Wänden, ja sogar die Fenstervorhänge sind an Posaunen aufgehängt.

Als wir die Hindenburghütte verließen besuchte ich noch das WC, um einen Teil meines Weißbieres zu entsorgen, und als ich da hin kam, waren nicht die üblichen Pissoir-Schüsseln, sondern Trompeten, die dazu installiert waren, dass man sich hier erleichtert.

Ein Witz ist zur Realität geworden !

Eigentlich habe ich jetzt einen Witz weniger, den ich in geselliger Runde erzählen kann, aber was mich mehr ärgert, ich habe nicht in das Sitzcloo geschaut, wie es da aussieht, und ich habe vergessen, vom Trompeten-Pissoir ein Foto zu machen.

Ich muss da bald mal wieder hin.

Wir gingen ins Freie und marschierten zur Nattersberg-Alm ( 80 Min.), und nach der alten Weisheit ….man gönnt sich ja sonst nichts….sind wir dort zur Kaffeepause eingekehrt. Diese Hütte ist schön und urig, sie war die Einkehr auf alle Fälle wert, auch für einen ausgedehnten Hüttenabend wäre sie bestens geeignet. Ja, es gibt noch viel zu tun.

In 25 Minuten gehen wir die letzte Etappe zum Parkplatz, es wird schon langsam etwas duster, diese Stimmung ist einmalig.
Während der Heimfahrt sehen wir immer wieder schöne Weihnachtsbeleuchtungen, über den Straßen in Ortschaften, oder auch an Privathäusern, der normale Dämmerschlaf der Beifahrer findet heute nicht statt.

Gisela hat uns von einem schneelosen Tag zu Hause gerettet, und uns in eine herrliche Winterlandschaft entführt, der Dank dafür war wohl die Aussage einer Teilnehmerin: „i gfrei mi scho auf die nächste Stefanitour…!“

Bericht: AK
Fotos: AK
Fotos: HK
Fotos: GM