Skitourenwoche in den Abruzzen vom 9. bis 17. März 2019

Tourenbericht Skitourenwoche in den Abruzzen vom 9. bis 17. März 2019
Organisator Georg Hintermaier – 7 Teilnehmer

Schorsch Hintermaier hat wieder eine Skitourenwoche in ein fernes und „exotisches“ Skigebiet organisiert. Das diesjährige Ziel waren die Abruzzen, die zu den Appenninen gehören, und auf der Höhe zwischen Rom und Pescara liegen.

Die Woche war aufgeteilt in jeweils 3 Skitouren in den Naturparks Maiella bzw. Gran Sasso.

Der höchste Berg im Gebiet Maiella ist der Monte Amaro mit 2.793m und im Gran Sasso der Monte Corno Grande mit 2.912m.

Mit 7 Teilnehmern sind wir am Samstag früh im Bus gestartet. Die zwar lange Fahrt ging schneller als gedacht vorbei und wir waren schon gegen 17.00 Uhr in Caramanico Therme, unserem ersten Stützpunkt. In dem Bergsteigerhotel waren neben unserer Gruppe noch Österreicher, Franzosen und Südtiroler mit denen man sich über die geplanten Touren austauschen konnte.

In der Unterkunft wurden wir mit reichlichem und sehr gutem Essen (5 Gänge) und auch nachmittags nach der Skitour ebenfalls mit einem Imbiss verwöhnt.

Die erste Skitour war gleich der Paradeberg des Naturparks Maiella, der Monte Amaro mit 2.793m vom Passo San Leonardo (1.280m). Nach einer Strecke von ca. 200 Hm über Wiesen und durch einen Buchenwald begann das weite Kar zum M. Amaro. Die Berge dort sind meist im unteren Bereich von niederen Buchenwäldern gesäumt.

Das weite Kar steilte immer mehr auf und über einen Sattel ging es dann nochmal steil zum stürmischen Gipfel mit Fernsicht bis zum Mittelmeer. In einem kugelförmigen Biwak haben wir vor dem Sturm Schutz gefunden. Die Abfahrt war ein Firntraum über das weite und steile Kar mit 1.300 Hm.

Am 2. Tag sind wir über das fast ausgestorbene Dorf San Nicolao eine enge Bergstrasse bis zum Schnee gefahren. Über freie Hänge ging es in angenehmer Steigung zum unscheinbaren Monte Rapina (2.027m) und weiter die Flanke Richtung M. Pescofalcone bis auf ca. 2.300m.

Abgefahren sind wir durch ein Kar im Firn mit einem kleinen Gegenanstieg durch einen Buchenwald und über Wiesenhänge.

Montagnacht war ein Temperatursturz mit Gewitter und Schneefall.

Unser Ziel war die Forchetta di Maiella (2.401m). Ausgangspunkt war das Ende der geräumten Passstraße San Leonardo auf ca. 1.200m. Nach einer Steilstufe zog sich das weite Kar, oben wieder steiler werdend, zum Gipfel. Die Schneewolken verzogen sich während des Aufstiegs und wir konnten bei Sonnenschein unsere Spuren im unberührten Neuschnee ziehen.

Vor dem Waldgürtel genossen wir noch unsere Brotzeit in der Sonne, bevor wir im Slalom zwischen den Buchen bis zur Straße abfuhren.

Anschließend wechselten wir unsere Unterkunft und das Tourengebiet.

Nach einer Stunde Fahrt kamen wir in unserem Quartier, einem renovierten Bauernhaus aus dem 15. Jahrhundert in Santo Stefano di Sassiano auf 1.250m an.

Am Mittwoch ging es über Castel Monte zum einsamen Hochplateau des Campo Imperatore auf 1.600m. Unser Ziel war der Monte Camicia mit 2.564m.

Nach einem kurzen Waldstück ging es durch ein Kar und über eine Flanke zum Gipfel bei Sonne und grandioser Aussicht bis zur Adria. Der Höhepunkt war die steile Firnabfahrt über die Flanke ca. 800 Hm u. über das Plateau zurück zum Parkplatz. Die anschließende Einkehr in einer Bar im ruhigen Bergstädtchen Castel Monte rundete die Tour ab.

Am Donnerstag besuchten wir vor unserer Skitour auf den Monte Tremoggia (2.350m) noch die teils verfallene Burg in Rocca Calascio, bis sich die Schneewolken verzogen haben. Bei Sonnenschein bestiegen wir durch eine steile Rinne den M. Tremoggia bis der Sturm an der Bergflanke uns zur Umkehr zwang. Die Abfahrt im Firn zum Campo Imperatore konnten wir wieder genießen.

Am letzten Tourentag benutzten wir die Aufstiegshilfe der Gran Sasso Seilbahn auf 2.100m. Auf dem Plateau befindet sich ein kleines Skigebiet, das auch an diesem sonnigen Werktag gut besucht war.

Nach einer kurzen Abfahrt über den Skiweg nahmen wir den Monte Aquila mit 2.495m in Angriff. Der Aufstieg war steil und wurde belohnt mit einem tollen Blick auf den Corno Grande (2.912m) und das Panorama mit den bereits grünen Talabschnitten und die Adria.

Die steile Abfahrt durch ein Firnkar war wieder ein Skigenuss. Da wir noch nicht genug hatten, wurde nochmal angefellt und ein steiles Kar mit 40° in Angriff genommen.

Die Einkehr in der Gipfelbar der Seilbahn, mit sehr freundlichem Wirt, der uns bestens bewirtete, rundete den schönen Tag ab. Bei den letzten Sonnenstrahlen konnten wir noch im Garten des Palazzo den Rotwein und eine kleine Brotzeit, die dort immer als Dreingabe zum Wein bzw. Bier gereicht wird ausklingen lassen.

Die Heimfahrt gestaltete sich wieder stressfrei, unterbrochen durch Kaffeepausen und ein spätes Mittagessen in Sterzing.

Fazit: Die Tour wurde von Georg Hintermayer und Marianne Burger bestens organisiert.

Wir hatten es mit dem Wetter und der Schneelage gut erwischt. Die Konsistenz des Schnees in diesem Gebiet bietet ideale Bedingungen für Firnabfahrten. Die Lawinenlage war glücklicherweise immer gering.

Dabei waren Georg H., Marianne B., Hans H., Martin K., Peter F., Irmgard K u. Sepp K.

Eine gelungene und interessante Tourenwoche in einer einsamen Gegend mit gastfreundlichen Menschen.

Sepp Krug