Skitouren im Val Maira Anfang März 2018

Früh morgens machten wir uns mit zwei Bussen auf zu unserem Skitourenziel Val Maira, ein etwa 60 km langes, von West nach Ost verlaufendes Tal in der italienischen Provinz Cuneo, die in der Region Piemont liegt. Das Mairatal ist zugleich Teil der Cottischen Alpen und liegt an der Grenze zu Frankreich.

Die Anreise benötigt rund 8 Stunden ohne Pause. Nach einem Abstecher über den Turiner Flughafen, um Klaus abzuholen, trafen wir kurz vor dem Abendessen in unserer Pension Ceaglio in Marmora ein. Das Tal präsentierte sich sehr winterlich, über Schneemangel konnte man nicht klagen. Unsere Unterkunft bestand fast aus dem halben Dorf, überall waren Zimmer, Chalets, eine Taverne und eine Bar mit Restaurant in unterschiedlichen Gebäuden untergebracht. Die Gastfamilie hat das ganze Areal sehr authentisch belassen, so dass man einen wirklichen Eindruck vom früheren (harten) Leben der Bauern dort oben erhalten hat.

Am Samstag war der Mt. Sibolet unser Ziel. Aufgrund der heiklen Lawinenlage waren wir in der Tourenauswahl beschränkt.
Die Tage davor hatte es kräftig geschneit, die Hoffnung auf eine schon vorhandene Spur schwand. Ein Hauch von Spur war noch zu erkennen, der Schnee war schwer und hatte eine dicke Kruste, so dass die Spurarbeit erhebliche Kräfte abverlangte. Unsere Herren haben dies mit Bravour gemeistert. Durch die sehr schwere Spurarbeit waren wir natürlich langsam und mussten letztendlich aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit nach rund 900 Hm umkehren. Die Sicht war oberhalb der Waldgrenze ebenfalls eingeschränkt, nur für kurze Augenblicke ließ sich die Sonne ab und an blicken. Die Abfahrt war noch einmal sehr kräftezehrend, gekennzeichnet von Harschdeckel und schwerem Schnee. Weiter unten wurde es dann besser und und die ersten Linien konnten gezeichnet werden.

Mit täglich sieben Gängen zum Abendessen wurden wir verwöhnt und haben an den fünf Abenden einen köstlichen Eindruck über die Vielfalt der piemontesischen Küche bekommen.

Der nächste Tag zeigte sich sonnig mit hoher Bewölkung, jedoch immer noch mit einer heiklen Lawinenlage. Auf der Suche nach einer nordseitigen Tour fuhren wir nach Preit. Der Aufstieg auf den Mt. Giobert (2439 Hm) wurde vereinfacht durch eine bereits vorhandene Spur. Wir waren nicht alleine unterwegs, mittlerweile hat sich das Val Maira als lohnendes Skitourenziel herumgesprochen. Die Abfahrt hatten wir für uns alleine, führte durch Lärchenwälder und wir zogen unsere Spuren in den tiefen Pulverschnee, so dass uns eine wunderschöne Überschreitung gelang.

Der nächste Tag war eher regnerisch mit Schnee angesagt, leider immer noch mit heikler Lawinenlage. Da bot sich eine Tour direkt von der Pension aus an. Durch freie Hänge und einen Lärchenwald ging es hoch, die Sicht oberhalb der Waldgrenze war wieder eingeschränkt, der Gipfelanstieg sehr steil. Daher haben wir uns mit dem Joch begnügt, zumal der Schneefall immer stärker wurde. Die Abfahrt zwischen den Bäumen im tiefen Pulverschnee war fantastisch und die abschließende Fahrt durch ein enges Bachbett recht abenteuerlich. Der ein oder andere Kontakt den weichen Schnee war nicht vermeidbar.

Unser letzter Tag zeigte sich wieder von der Sonnenseite. Zuerst mit dem Auto nach Chialvetta. Das kleines idyllisches Dorf war der Ausgangspunkt zum Bric Cassin (2637 Hm). Das Gelände war weitläufig, so dass wir trotz anhaltender heikler Lawinenlage in sicherem Gelände unterwegs waren. Die letzte Abfahrt zeigte sich noch einmal von der schönsten Seite mit einem sehr gut zu fahrenden Schnee.

In einer Bar draußen in der Sonne sitzend ließen wir unsere vier Tourentage in dem wunderschönen Tal noch einmal Revue passieren und waren uns einig, die weite Anreise hat sich gelohnt und wird uns lange in Erinnerung bleiben.

Mit dabei waren Schorsch als Organisator, Peter F., Sepp und Irmgard K., Klaus, Max und Eva, Martin, Gust, Anderl, Hans H. und Marianne