Skitouren im Passeiertal von 28.3 bis 31. März 2019

am Donnerstag um 5:30 Uhr traf sich eine 10-köpfige Gruppe in Haag und fuhr ins Passeiertal zum Skitouren gehen. Die Wettervorhersage war für die folgenden vier Tage sehr gut, jedoch hatte es auf der Südseite der Alpen bei weitem nicht so viel geschneit wie auf der Nordseite, insofern machte ich mir Sorgen, dass ich Skitouren finde, bei denen es genug Schnee gibt und die Skier nicht zu weit getragen werden müssen.

Für den ersten Tag habe ich mir die Alpenpitze 2477m auf der Südseite vom Jaufenpass ausgesucht. Die Skitour beginnt bei der Wannser Alm 1439m einem kleinen Seitental vom Jaufenpass. Zu unserer Verwunderung konnten wir am Parkplatz schon mit Skiern losgehen.

Das Wannsertal zieht sich gemächlich hinauf, grad ideal für den Einstieg in das verlängerte Skitourenwochenende. Die Besonderheit von der Skitour zur Alpenspitze ist, dass meistens über das Sailertal abgefahren wird und sich dadurch eine Rundtour ergibt. Wir sind auch das Sailertal hinuntergefahren. Vom Gipfel weg sind wir die sehr steilen Südhänge im aufkommenden Firn abgefahren. Unter dem Steilhang warteten wir noch eine halbe Stunde, bis der Firn in den Südwesthängen des Sailertales grad Recht war für eine traumhafte Firnabfahrt.

Die erste Skitour war schon mal perfekt gelungen. Ich habe mir schon Gedanken gemacht, wie ich das Niveau in den nächsten drei Tagen nur halten kann.

Nach der Skitour fuhren wir zu unserer Unterkunft, dem Plattnerwirt in Platt bei Moos im Passeiertal. Der Plattnerwirt ist ein sehr schön gelegenes Wirtshaus direkt neben der Kirche und einem kleinen Lebensmittelgeschäft auf einer Anhöhe des Passeiertales. Die Kuchen nach der Skitour haben sehr guten Anklang gefunden. Das Abendessen war dann die Krönung vom Tage, die Küche vom Plattnerwirt ist hervorragend und in der Gegend für die ausgezeichnete Qualität bekannt.

Am zweiten Tag fuhren wir die Timmelsjochstraße hinauf bis zur Timmelsbrücke auf 1760m, von da weg ist die Timmelsjochstraße gesperrt.

Als Gipfel haben wir uns den hinteren Kitzkogel 3059m einen Grenzgipfel zwischen Österreich und Italien ausgesucht. Auf der Südseite hatte es schon sehr wenig Schnee und die süd- und südostseitigen Hänge waren schon weitgehend aper.

Wir hatten wieder mal Glück, denn der Weg zur Timmelsalm war in dem Tal auf der Nordseite und die Straße war durchgehend mit Schnee bedeckt. An der Timmelsalm bogen wir links ab in das lange Tal in dem wir dem Bachlauf folgend, zum Hochtal aufstiegen.

Der letzte steile Südwesthang zum Gipfel hatte es dann in sich, der Hang war noch hart gefroren und ziemlich steil. Am Gipfel angekommen, konnten wir das Panorama von den Ötztaler Bergen im Westen über den Ortlermassiv im Südwesten und den Dolomiten im Osten genießen, bevor es an die Abfahrt ging.

Am Gipfelhang fanden wir teilweise noch Pulver, der fast nahtlos in Firn überging. Zu unserer Überraschung war auch fast niemand unterwegs bei den perfekten Bedingungen. Die Abfahrt bis zur Timmelsalm hinunter im weicher werdenden Firn war der Traum für alle Teilnehmer. An der Timmelsalm machten wir noch eine kurze Pause, bevor es das letzte Stück zur Timmelsbrücke hinunterging. Wir konnten wieder bis zum Parkplatz mit den Skiern abfahren. Es waren sich alle einig, das war eine perfekte Skitour. “Wenn das nur die nächsten zwei Tage so weiter ginge”, war die Stimmung der Teilnehmer.

Für den Samstag wollte ich nicht wieder zur Timmelsbrücke fahren, weil ich viele Skitourengeher für den Samstag erwartete und weil der Parkplatz sehr beengt ist für die Anzahl der Skitouren die von der Timmelsbrücke aus begangen werden. Ich entschied mich ganz in der Nähe von Platt eine Skitour zur Rötenspitze 2873m zu gehen.

Wir fuhren in Richtung Pfelders bis zum Gasthof Bergkristall auf 1550m. Da der Ausgangspunkt deutlich niedriger lag als am Vortag hatte ich Bedenken, dass am Anfang kein Schnee liegt, das sah aber ganz anders aus. In dem komplett nordseitig ausgerichteten Tal lag Schnee in Hülle und Fülle und es war auch gut durchgefroren, insofern waren zum dritten Mal die Bedingungen perfekt.

Wir gingen erst durch den Wald auf einer Forststraße das Faltmartal hinauf und kamen nach ca. 300Hm auf die freien Hänge der Rötenspitze. Der Aufstieg über die nicht zu steil geneigten Nordhänge war relativ einfach.

Wie an den beiden Vortagen, waren die letzten Meter vom Gipfelhang wieder abgeblasen und hart gefroren. Ein Teilnehmer meinte es zu gut mit dem Einschlagen seiner Skier und verlor einen Ski. Der Ski schoss ca. 100Hm in Richtung Abfahrt hinunter, insofern lag der Ski auf unseren Weg in Richtung Tal und es war kein Problem den Ski wieder mitzunehmen. Die andere Seite wäre problematischer gewesen, denn da ging es einen Steilhang hinunter.

Am Gipfel der Rötenspitze gibt es ein kleines Not-Biwak in dem nur sitzend übernachtet werden kann. Wie am Vortag hatten wir bei der Abfahrt als erstes Pulver im ersten Nordhang und sind dann auf nord-ostseitigen Hänge ausgewichen die schon aufgefirnt waren.

Bei geschickter Spurwahl waren die Bedingungen für die Abfahrt wieder perfekt. Kurz vor dem Wald erholten wir uns noch von der Abfahrt, bevor wir durch den Wald auf einer Forststraße bis zum Parkplatz abfahren konnten.

Die Skitour auf die Rötenspitze stand den beiden Vortagen in nichts nach. Ich machte mir wieder Sorgen, ob ich für den Abschlusstag noch eine Skitour finde, die den Vortagen nicht zu stark hinterherhängt.

Das Abendessen im Gasthof Platt war wie in den Vortagen vom Niveau einer Sterneküche, darüber waren sich alle Teilnehmer einig.

Dem Wunsch der Gruppe folgend, am letzten Tag eine etwas kürzere Skitour anzugehen, weil ja noch die Heimfahrt bevorsteht, entschied mich in die Rossgruben von Kretzegg aus zu gehen. Die Rossgruben ist ein Nordkar, in dem der Pulverschnee lange liegen bleibt. Vom Gasthof aus fuhren wir an den Weiler Ulfass vorbei bis zum Parkplatz Kretzegg auf 1500m.

Nach einer ganz kurzen Tragepassage ging der Schnee im Wald schon los und wir konnten die Skier anschnallen um das Ulfasstal hinauf zu gehen. Nach dem Wald überquerten wir die Gampenwiesen, bevor es die sehr schön geneigten Hänge zur Rossgrube 2473m hinaufgeht. Nach einer ausgiebigen Pause ging es wieder an die Abfahrt. Zu unserem Erstaunen lag in der Mulde noch sehr gut zu fahrender Pulverschnee. Wir konnten in den unverspurten Hang wunderbare Spuren hinunterziehen. Wie an den Vortagen trafen wir nur ein paar Skitourengeher. Den Rest der Abfahrt konnten wir wieder im Firn bis zum Parkplatz abfahren.

Ich kann mich nicht erinnern, das ich an vier Tagen keine Wolke gesehen habe und an allen vier Tagen so perfekte Skitouren gehen konnte. Die Skitouren standen unter dem Motto „2Genussskitouren im Passeiertal“, es wurde in zweierlei Sicht voll erfüllt, nämlich die vier perfekten Skitouren und das Essen beim Plattnerwirt.

Ich möchte mich noch recht herzlich bei den Fotografen bedanken die so wunderschöne Bilder von den vier Skitourentagen aufgenommen haben.

Es war dabei:
Marianne, Schorsch, Martin, Franz-Josef, Peter, Klaus S, Klaus B, Franz K, Robert und als Organisator Sepp Gaigl

Wintertourenwart
Sepp Gaigl