Skitouren im Bayrischen Wald, Ende Februar 2019

Mal in die andere Richtung

Warum nicht mal den Nordosten Bayerns mit den Skiern erkunden? Das sagte sich Franz Schweiger und lud zu einem Skitouren Wochenende in den Bayrischen Wald ein.

Ganz ungewohnt fuhren wir mit zwei Autos über die B15 Richtung Landshut und weiter bis Bodenmais, wo wir unsere Autos abstellten und zunächst mit dem Skibus zum Langlaufaktivzentrum Bretterschachten rauf fuhren.

Ein guter Ausgangspunkt für Langläufer mit perfekt gespurten Loipen aber auch für Skitourengeher wie wir. Mit leichten Anstieg ging es durch den lichten Wald Richtung Großer Arber. Eine mindestens zwei Meter dicke und sehr kompakte Schneedecke war für uns die perfekte Unterlage, den jungen Bäume aber haben die Schneemassen in diesem Winter ganz erheblich geschadet. Unzählige Gipfel der jungen Fichten, die sich nach dem großen Waldsterben in den Siebziger und Achtziger Jahren wieder empor gewachsen sind, stehen jetzt mit abgeknickten Gipfel da.

Nach einem schönen Blick vom Mittagsplatzl auf den Großen Arbersee ging es weiter bis zum Großen Arber, wo es erst zum Schluss mal richtig bergauf ging. Mit seinen 1455 Metern ist er die höchste Erhebung des Böhmerwald und des Bayrischen Waldes und bietet einen großartigen Rundumblick. Im Süden erkennt man fast die gesamte Alpenkette, Richtung Norden stören den Fernblick die beiden Gebäude der Luftwaffe mit Radomen, ein Relikt aus den Zeiten des Kalten Krieges.

Von allen Seiten kommen sie zum Gipfelbereich, die Skitourengeher, die Alpinskifahrer, die Skilangläufer, die Schneeschuhgeher und die Wanderer. Für jeden gibt es Möglichkeiten, den Gipfel zu erreichen.

Nach einer kurzen Rast geht es wieder ein Stück bergab, bevor wir unsere Felle erneut aufziehen und zum Kleinen Arber aufsteigen. Die Einkehr in der Chamer Hütte blieb uns wegen Überfüllung verwehrt, um so schöner war die Mittagsrast auf dem Gipfel des Kleinen Arber. Trotz strahlenden Sonnenscheins reichte es nicht für einen geschmeidigen Firn. So ging die Fahrt etwas ruppig, aber umso rasanter hinab bis nach Bodenmais.

Zum Übernachten fuhren wir weiter nach Frauenau um dann am nächsten Tag auf den großen Rachel aufzusteigen.

Der lange Anstieg führte mal durch lichte Mischwälder, mal wegen Schneebruch etwas unwegsamen Gelände. Am Gipfelbereich des kleinen und großen Rachel erwarteten uns zwei freundliche Nationalsparkrangerinnen in brauner Uniform, um uns auf die Schutzzonen für die Raufußhühner hinzuweisen.

Der Anblick der unzähligen abgestorbenen Baumstämme ist schon sehr ungewöhnlich, direkt unheimlich. Der Gipfelblick ist wieder in alle Richtungen wunderschön.

Auch heute bleibt der Schnee hart und wir rattern wieder rasant zurück zur unseren Ausgangspunkt in Oberfrauenau.

Die Heimfahrt geht dann über die Ruselbergstrecke wo noch hohe Schneehaufen und umgeknickte Bäume die Straße säumen bis dann schlagartig im Donaugebiet der Schnee weg ist und die weiten Felder des Gäubodens und des Vilstales vorbeiziehen.

Ein etwas anderer Skitourenausflug, der uns sicher lange in Erinnerung bleiben wird.

Mit dabei waren Franz, Renate, Hans, Peter, Alois und Schorsch.

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