Klettersteige im Karwendel am 29./30. Juni 2019

Klettersteig zur Bettelwurfhütte, Überschreitung vom Bettelwurf und Besteigung der Speckkarspitze am 29. und 30. Juni 2019.

Für das Wochenende 29 / 30 Juni 2019 war heißes und sehr trockenes Wetter vorhergesagt. Um der Hitze vom Tag wenigstens etwas zu entgehen, fuhren wir um 5 Uhr schon in Haag los und konnten unsere Tour um 7 Uhr mit dem Aufstieg in das Halltal von Absam aus beginnen. Nach einer Stunde erreichten wir den Einstig vom Absamer Klettersteig der kurz unter der Bettelwurfhütte endet. Der Klettersteig ist nicht besonders schwierig, aber dafür mit 1300 Klettermetern und 600 Höhenmeter sehr lang. Kurz nach Mittag erreichten wir die Bettelwurfhütte in der wir uns erst mal von der anstrengenden Kletterei und den 1370 Meter Aufstieg erholten.
Nach einem Kaffee und Kuchen trieb es den Hans wieder zum Berggehen. Hans und ich machten uns auf dem Weg über den Eisengattergrat zum großen Bettelwurf 2725m. Es ist ein wunderschöner Weg mit herrlicher Aussicht in das Inntal und den umliegenden Berggruppen. Eigentlich wollten wir den gleichen Weg wieder ins Tal absteigen ohne dass wir auf den kleinen Bettelwurf auch noch gehen. Am Gipfel trafen wir einen Einheimischen, der uns geraten hat, über den kleinen Bettelwurf 2650m zur Bettelwurfhütte abzusteigen. Der Weg sei viel interessanter und nebenbei auch noch nicht länger. Das hat nicht viel Überreden gebraucht und wir gingen den Weg auf dem Grat zum kleinen Bettelwurf. Der Weg ist ganz schön anspruchsvoll und zum Teil auch mit dicken Seilen gesichert. Der kleine Bettelwurf ist noch ein kleiner Abstecher den wir natürlich auch noch mitgenommen haben. Am Abstieg vom kleinen Bettelwurf standen plötzlich eine ganze Horde Gamsen ca. 20 Meter vor uns. Selbstverständlich haben wir die Tiere erst mal weiterziehen lassen, bevor wir den Abstieg fortsetzten konnten. An der Bettelwurfhütte kamen wir eine halbe Stunde vor dem Abendessen an, das passte genau, um uns im frischen Bergwasser das vor der Hütte in einen Holztrog lief noch zum frisch machen. Nach schätzungsweise 2000 Höhenmetern genossen wir das Essen und ein gutes Glas Wein zum Ausklang des Abends. Die Wirtin hat uns noch informiert, dass ab 22:00 Uhr die Johannisfeuer angezündet werden und bei dem klaren Wetter die Feuer von den umliegenden Gipfeln sehr gut zu sehen sind. Die Schau wollten und konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen.
Am Sonntag gingen wir den Höhenweg Nr. 223 über das kleine und das große Speckkar zum Lafatscher Joch 2081m. Der mäßig schwierige Südwestgrat auf die Speckkarspitze 2621m beginnt am Lafatscher Joch. Der Weg ist nicht versichert und mäßig gekennzeichnet, es gibt am Grat einige Kletterstellen im 1ten Schwierigkeitsgrad. Am Gipfel hatten wir wieder herrrlichen Ausblick auf die umliegenden Gebirgsgruppen. Die Tuxer und die Stubaier Berge waren sehr gut zu sehen. Wir hatten Glück, dass es die Woche über so heiß war, und der Schnee aus der Nordwestflanke komplett geschmolzen ist. Wir konnten über die Nordwestflanke absteigen und wieder auf das Lafatscher Joch zurück queren. Am Abstieg haben wir deutlich gemerkt, dass der Sonntag noch heißer war aus der Samstag. Vor allem mussten wir vom Lafatscher Joch durch einen nicht enden wollenden südseitigen Latschengürtel absteigen. Kurz vor den Herrenhäusern geht der Hirschbadsteig nach St. Magdalena hinunter. Im Biergarten von St. Magdalena konnten wir unseren Durst erst mal löschen. Der Hans hat ein Taxi gesehen, das die Gäste vom Parkplatz abholt und wieder hinunter zum Parkplatz bringt. Das Taxi kam uns gerade Recht um den Abstieg ein wenig zu verkürzen. So kamen wir ausgepowert aber zufrieden und glücklich am Parkplatz wieder an. An dem Sonntag wurden in Innsbruck mit 38,5 Grad Celsius die höchste jemals gemessene Temperatur gemessen, das haben wir den ganzen Tag gespürt.

Dabei waren: Anna, Hans und Sepp

Tourenbegleiter: Sepp Gaigl